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Ins Deutsche übersetzte Texte
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Die internationale Lage
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Dezember 2009
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Jahreskonferenz 2009 von Lutte Ouvrière
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(Dieser Text wurde vom Lutte Ouvrière-Parteitag von Dezember 2009 angenommen)
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1. Die Zukunft der internationalen Beziehungen hängt von der Entwicklung der Krise der kapitalistischen Weltwirtschaft ab und
davon, wie sehr sie sich vertiefen wird.
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2. Die Solidarität zwischen den Großmächten in der Gestalt von G7-, G8-, und seit der Erweiterung auf Länder wie China,
Indien, Saudi-Arabien, Brasilien, aber auch Indonesien, Mexiko oder Südafrika von G20-Gipfeltreffen scheint derzeit noch
vorzuherrschen. Die Grundlage dieser Solidarität ist das gemeinsame Interesse der Bourgeoisien, die Finanzkrise zu stoppen,
indem die ausgebeuteten Klassen noch ein wenig mehr niedergedrückt werden. Sie beendet jedoch weder die Konkurrenz noch die
Rivalität zwischen den kapitalistischen Ländern, und die Tatsache, dass zu diesen Beratungen zwischen imperialistischen
Räubern ein paar Staatschefs aus großen armen Ländern eingeladen wurden, beendet auch nicht die Unterjochung der
unterentwickelten Länder durch die imperialistischen.
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3. Der amerikanische Imperialismus beherrscht trotz der Schwächung seiner Wirtschaft und seiner Währung, dem Dollar, das
Konzert der Nationen. Er hat ein Jahrhundert wirtschaftlicher Entwicklung auf seiner Seite, die durch den großen Binnenmarkt
auf einem riesigen Gebiet begünstigt wird, in dem es weder an Gütern noch an Menschen mangelt. Die amerikanische Bourgeoisie
ist, seit sie dem britischen Imperialismus folgend die Weltherrschaft angetreten hat und ihre Stellung als Anführer der
kapitalistischen Welt in zwei Weltkriegen gefestigt hat, die mächtigste der Welt und seit dem zweiten Weltkrieg in der Lage,
der Weltwirtschaft ihren Zehnt abzuverlangen. Nur die Sowjetunion konnte ein wenig Schatten auf ihren Glanz werfen, aber seit
sie, unterminiert durch die Gier der Bürokratie, ihre Herrschaft über die Wirtschaft zu festigen, implodiert ist, sind die USA
die einzige „Supermacht“, wo die Macht der Bourgeoisie und die Entwicklung ihres Wirtschaftssystems keine andere Grenze
kennen, als die des Kapitalismus selbst. Der derzeitige Rückgang ihrer Wirtschaft, die Brüchigkeit ihres Bankensystems, die
die Krise ans Licht gebracht hat, sowie die wachsende Armut eines Teils ihrer Bevölkerung haben einzig innere Ursachen.
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Die USA behalten jedoch das Privileg, das sie aus ihrer Entwicklung im Jahrhundert ihres Aufstiegs geerbt haben, sich nicht nur
zu Lasten des unterentwickelten Teils des Planeten zu bereichern - insbesondere zu Lasten ihres Hinterhofs Lateinamerika -,
sondern auch die, die anderen imperialistischen Mächte zu ihren Kriegen zu verpflichten.
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4. Die Verleihung des Nobelpreises für den Frieden an Obama wird den amerikanischen Imperialismus nicht friedfertiger machen.
Bereits in den Texten über die internationale Lage in 2007 und 2008 stellten wir fest: „[…] die Militärausgaben, die,
nachdem sie in den Jahren des Zerfalls der ehemaligen Sowjetunion zurückgegangen waren und 1996 ihren Tiefpunkt erreicht
hatten, sind wieder gestiegen und haben 2005 das Niveau wieder erreicht, das sie am Ende des kalten Krieges hatten. Ihr
schnelles Wachstum hat sich fortgesetzt. Der amerikanische Verteidigungshaushalt ist zwischen 1996 und 2005 von 318 auf 478
Milliarden Dollar gestiegen, d.h. ein Zuwachs von 50% in neun Jahren. […] Dieser Wettlauf in der Rüstungsindustrie, deren
Anteil an der im Übrigen stagnierenden Güterproduktion steigt, spiegelt die vielfachen Spannungen in den internationalen
Beziehungen wider, ist aber für die kapitalistische Klasse auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit.“
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Die amerikanischen Militärausgaben bleiben bis heute sehr hoch, wobei die amerikanischen Interventionen im Irak und in
Afghanistan einen großen Teil der Ausgaben darstellen.
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5. Die neuerlichen blutigen Attentate bis hinein in die am besten geschützten Stadtviertel von Bagdad zeigen, wie unsicher die
seit 2007 eingetretene, sehr bedingte Stabilisierung der Lage ist. Obwohl das Versprechen Obamas, die amerikanischen Truppen
aus dem Irak abzuziehen, so verhalten vorsichtig es auch war, zu seiner Wahl beigetragen hat, sind die USA weit davon entfernt,
dies zu verwirklichen. Die USA können sich aus dem irakischen Dilemma, in das sie sich selbst gebracht haben, nicht
zurückziehen, ohne zuvor einheimische Repressionskräfte eingesetzt zu haben, die in der Lage sind, die Ordnung aufrecht zu
erhalten. Das scheint umso weniger der Fall zu sein, als scheinbar einige der jüngsten Attentate Hilfe aus den Reihen der
irakischen Streitkräfte bekommen haben.
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Die USA sind weiterhin mit demselben Dilemma konfrontiert, wie schon seit Jahren: Die Truppen aus dem Irak abziehen und das
Risiko eingehen, ein Chaos zu hinterlassen, in dem die Milizen verschiedener Glaubensrichtungen oder Ethnien aufeinander
losgehen werden – oder bleiben und das Chaos dennoch nicht aufhalten können. Da aber die ganze Region ein einziges Pulverfass
ist, stellt das irakische Chaos eine Ansteckungsgefahr für die gesamte Region dar.
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6. Die Lage im Irak ist mit Sicherheit einer der vielen Faktoren, die die Ausrichtung der amerikanischen Politik gegenüber dem
Iran mitbestimmen. Die lautstarken Auseinandersetzungen zwischen den iranischen und den amerikanischen Machthabern bezüglich
der iranischen Atompolitik gleichen einer Partie Lügenpoker.
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Die USA haben ein Interesse daran, die iranischen Machthaber an der Aufrechterhaltung der Ordnung in der Region zu beteiligen.
Man muss daran erinnern, dass dies zur Zeit des Schahs bereits die Rolle des Iran war. Nach dem Umsturz des Schahs 1979 und der
Machtergreifung Khomeinis hatten die USA eine Strategie angenommen, die auf den Sturz des Mullah-Regimes abzielte. Der Irak
unter Saddam Hussein war eines der Werkzeuge dieser Politik. Aber der Krieg, den der Diktator von Bagdad und damaliger
Handlanger der Westmächte, von denen er bewaffnet und finanziert wurde, zwischen 1980 und 1988 geführt hat, hat das iranische
Regime nicht zerstört.
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Es war zwar von diesem langen Krieg, dessen Todesopfer auf eine Million geschätzt werden, geschwächt und hat einige Zeit lang
keine bedeutende Rolle mehr auf dem Schachbrett des Mittleren Ostens gespielt, aber das hat sich seit einigen Jahren geändert.
Das Mullah-Regime legt nicht nur eine gewisse Stabilität an den Tag, während die Nachbarländer Irak und Afghanistan mehr oder
weniger im Chaos versinken, es hat auch Einfluss auf die schiitischen Organisationen im Irak und sogar auf die Hisbollah im
Libanon.
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Und ganz bestimmt ist es nicht der theokratische Charakter des iranischen Regimes, der die USA stört, die mit dem - wenn
möglich - noch reaktionäreren Regime Saudi-Arabiens sehr gut zu Recht kommen.
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7. Da sie sich des Mullah-Regimes nicht entledigen können, liegt das strategische Interesse der USA darin, es auf ihrer Seite
und jedenfalls nicht gegen sich zu haben.
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Zwar deuten einige Anzeichen auf eine Orientierung der USA auf eine Art Versöhnung hin, aber das iranische Regime, das über
eine gewisse populäre Basis verfügt, ist sicher nicht geneigt, ein Marionettenregime zu werden. Daher der Druck, den die USA
auf die iranischen Machthaber auszuüben versuchen, indem sie die Bedrohung hervorheben, die die Fähigkeit des Irans, sich mit
Atomwaffen auszurüsten, für die Region darstellen würde (das alles mit der glühenden Zustimmung Israels, das die Atombombe
besitzt!).
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Dieses Voranstellen einer „nukleare Bedrohung“ hat gegen das iranische Regime dieselbe Funktion wie „die
Massenvernichtungswaffen“ gegen Saddam Hussein. Das zielt wahrscheinlich nicht auf Krieg ab, den die USA nicht in der Lage
wären, an einer dritten Front zu führen, sondern darauf, den Iran dahin zu bringen, die Bedingungen für eine Versöhnung mit
den USA zu akzeptieren, die für diese am günstigsten wären.
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Das Argument, dass der Iran eine Bedrohung für die Region sei, ist von Seiten der imperialistischen Mächte nicht weniger
zynisch. Zunächst weil sie selbst und ihre Verbündeten in der Region über eben diese Atomwaffen verfügen, die sie dem Iran
verweigern. Dann weil, wie Chirac gesagt hat, eine iranische Rakete mit Nuklearsprengköpfen kaum die Zeit hätte, abzuheben,
bevor sie schon von den in der Region stationierten Raketenabwehrsystemen der Großmächte und Israels zerstört sein würde.
Und in erster Linie schließlich hat man im vergangen Jahrhundert nie gesehen, dass der Iran die westlichen Mächte bedroht
hätte, während diese mehrere Male direkt oder indirekt eingegriffen haben. 1941 war es die britische Armee, die, im Verein mit
der Sowjetunion in das Land einmarschierte, um den Schah zu stürzen, der verdächtigt wurde, die Neutralität des Landes im
Krieg bewahren zu wollen. 1953 organisierte der CIA den Umsturz des Premierministers Mossadegh, der die iranischen
Erdölvorkommen verstaatlichen wollte, die sich damals in der Hand des englisch-iranischen Konzerns Oil Company befanden, der in
der Folge British Petroleum (BP) wurde. Und 1980 war der Angreifer Saddam Hussein mit Unterstützung der USA.
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8. In Afghanistan sind die koalierten Truppen unter der Leitung der USA in einer Lage, die durchaus nach einer Sackgasse
aussieht. Die Komödie der Wahlen, um dem Regime des von der westlichen Koalition eingesetzten Karzai einen demokratischen
Anstrich zu geben, wird mehr und mehr zu einer Posse. Es handelte sich so oder so um Pseudowahlen, die für die öffentliche
Meinung im Westen veranstaltet wurden, um der imperialistischen Intervention den Anschein einer Intervention für die Demokratie
zu geben.
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Das ist ein altes Rezept bei allen imperialistischen Interventionen, die natürlich nie stattfinden, um eine Herrschaft
aufzuzwingen oder zum Schutz eines Raubs, sondern immer im Namen des Friedens, der Demokratie oder der Zivilisation. Aber so
naiv die öffentliche Meinung im Westen auch sein mag, die von einer Presse informiert wird, die nur sagt, was sie sagen will,
das Märchen von der Demokratie auf dem Vormarsch in Afghanistan ist schwer zu schlucken.
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Dem französischen Imperialismus ist es daran gelegen, als Hilfskraft des amerikanischen Imperialismus in der Region Präsenz zu
zeigen. Was auch immer die Minister behaupten mögen, es handelt sich um einen räuberischen Krieg, der mit der Haut der
Soldaten und in noch viel höherem Maße mit der Haut der afghanischen Bevölkerung geführt wird.
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9. Als Ergebnis der Intervention der westlichen Truppen bleibt eine bis aufs Mark korrupte Regierung, deren Macht nicht über
die Stadtgrenzen von Kabul hinausgeht… wenn überhaupt.
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Es bleiben auch die sozialen Strukturen aus einer anderen Zeit, die die großen westlichen Demokratien unangetastet gelassen
haben, und die vom Klanwesen, der Unterdrückung der Frau und der Macht der Religion geprägt sind.
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Es bleibt vor allem eine weiterhin Not leidende Bevölkerung in einem der ärmsten Länder der Welt, und die einzige
Modernität, die die westliche Intervention ihr gebracht hat, sind Kampfflugzeuge, die am Himmel kreisen, um ihre Bomben
abzuwerfen, und als einzige materielle Hilfe das, was von den Summen, die für die westlichen Truppen ausgegeben werden, für
den lokalen Handel abfällt.
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10. Es ist die zunehmend feindliche Einstellung (der Bevölkerung) gegenüber den Besatzungstruppen, die die Vermehrung und die
Verstärkung der bewaffneten Guerillatruppen begünstigt, die unter dem Oberbegriff „Taliban“ zusammengefasst werden.
Insgesamt eine falsche Bezeichnung, da sich nicht alle, die gegen die westlichen Truppen und die Karzai-Regierung kämpfen, zu
dem alten Regime bekennen, das von diesen Religionsschülern, geleitet wurde, die sich Taliban nennen.
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Die Karzai-Regierung sieht sich Milizen verschiedener Kriegsherren gegenüber, von denen jeder seinen persönlichen regionalen
Lehen hat. Die Regierung und hinter ihr die Westmächte sind unfähig, sie zu bekämpfen, und so verständigen sich mit ihnen,
versuchen, sie gegeneinander auszuspielen und stärken sie dabei nur. In diesem komplizierten Spiel mit den Kriegsherren ist im
Übrigen nicht sicher, ob die westlichen Besatzungstruppen und Karzai mit denselben Karten spielen. Es ist nicht einmal sicher,
ob die verschiedenen Truppen der Besatzungsmächte dasselbe Spiel spielen.
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11. Wenn für den Irak die Aussicht eines Abzugs der Besatzungstruppen ins Auge gefasst wird, ohne verwirklicht zu werden, so
wird im Fall von Afghanistan nicht einmal mit dem Gedanken gespielt, sondern es ist sogar die Rede davon, weitere Truppen
dorthin zu schicken. Dass sich der Westen in Afghanistan festgefahren hat, zeigt sich auch in der Tatsache, dass die Guerilla
mindestens drei Viertel des Landes kontrolliert und sie mehr und mehr Operationen in Kabul selbst durchführt. Vor dieser
Tatsache haben die USA die Flucht nach vorne angetreten und planen eine Verstärkung ihrer militärischen Präsenz. Das ist
ihnen in Vietnam nicht gut bekommen. Bleibt die Frage, wie lange die amerikanische Bevölkerung noch die Heimkehr von
Soldatensärgen akzeptieren wird, bevor sie massiv reagiert.
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Von Obama, über Sarkozy, bis Brown versuchen alle Regierungschefs, die öffentliche Meinung ihres Landes von der Wichtigkeit
dieses Krieges zu überzeugen, der dabei ist, ein Ansteckungsherd für die gesamte Region zu werden.
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Angefangen bei Pakistan. Die Geheimdienste dieses Landes, wichtiger Verbündeter der USA und Besitzer der Atombombe, spielten
während der sowjetischen Besatzung Afghanistans eine beachtliche Rolle, als es darum ging, die Kriegsherren, die gegen die
damaligen Besatzungstruppen kämpften, sowie die Taliban auszubilden und zu bewaffnen. Ihre Politik von gestern kommt ihnen
heute wie ein Bumerang entgegen. Das gesamte pakistanische Grenzgebiet zum benachbarten Afghanistan steht unter der Kontrolle
bewaffneter Gruppen mit religiösem oder ethnischem (paschtunischem) Hintergrund. Trotz der wiederholten Interventionen der
pakistanischen Armee, um mit Unterstützung der USA ihr eigenes Gebiet zurückzuerobern, schwappt die Instabilität über die
Grenze und bedroht ganz Pakistan.
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12. Was Palästina betrifft, ist außer ein paar an die Staatsführer der arabischen Länder gerichteten Reden keine
Veränderung in der amerikanischen Politik festzustellen.
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Die USA haben, wie alle Großmächte, die israelische Luftwaffe Gaza in diesem Winter 2008-2009 mehrere Wochen lang pausenlos
bombardieren lassen.
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Die im Februar 2009 angetretene Netanjahu-Regierung liegt so weit rechts, ist so reaktionär und dem palästinensischen Volk
gegenüber so offen feindlich eingestellt, wie schon lange keine Regierung mehr. Sie setzt die Errichtung neuer jüdischer
Siedlungen in Westjordanland fort, die Festigung der schändlichen Mauer, die eine ganze Apartheidpolitik zwischen den beiden
Völkern Gestalt gibt, und trifft immer mehr Maßnahmen, in denen das palästinensische Volk nur eine ständige Provokation
sehen kann.
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Man muss daran erinnern, dass diese Politik im Namen der Sicherheit Israels und seiner Bevölkerung von allen israelischen
Regierungen geführt wurde. Sie hat einen tiefen Graben voller Blut und Hass zwischen den beiden Völkern gegraben, die
Unterdrückung des palästinensischen Volkes verschlimmert und seine materielle Lage unhaltbar gemacht, sie hat zur Stärkung
des Hamas innerhalb der Palästinenserbewegung geführt und zur Zerstückelung einer palästinensischen Instanz, die bereits
zwischen Gaza und Westjordanland aufgeteilt ist. Aber das alles hat die Sicherheit Israels nicht verbessert. Die Bombardierung
Gazas, die Vermehrung der Siedlungen in Westjordanland, das Schandmal der Trennungsmauer, die Wasserverteilung, die mit 20 Liter
Wasser pro Person und pro Tag in Westjordanland die Palästinenser verdursten lässt, können die Aktionen von Seiten der
palästinensischen Bevölkerung, einschließlich die der schlimmsten Verzweiflung, nur nähren.
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13. Auf dem afrikanischen Kontinent sind bestimmte Kriegsherde in Liberia oder Sierra Leone zwar - zumindest momentan –
erloschen, aber an ihrer Stelle sind andere entstanden. In einem Teil des Sudans, im Tschad und in Somalia herrscht
Kriegszustand. Ganz zu schweigen von den internen Kriegen auf ethnischer oder religiöser Grundlage, die in Nigeria, Niger,
Guinea-Bissau oder Mauretanien mehr oder wenig heftig wüten. Was die Elfenbeinküste betrifft, ist an die Stelle des Krieges
zwischen dem Norden und dem Süden des Landes, der mit dem Militärputsch im September 2002 begonnen hatte, zwar eine Art
bewaffneter Frieden getreten, aber das Land ist immer noch nicht geeint.
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Die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage kann die Konflikte nur vermehren und intensivieren. Als Folge der Armut in den
Regionen, wo der Besitz eines Gewehrs ein Mittel zum Überleben ist, vermehren sich die bewaffneten Banden, die die Armut noch
schlimmer machen.
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Schwarzafrika, das in früheren Zeiten den Aufstieg der Bourgeoisie in Westeuropa mit Sklavenhandel und Entvölkerung am eigenen
Fleisch erlitten hat, ist ohne Zweifel der Kontinent, der für die Aufrechterhaltung des heutigen dekadenten Imperialismus den
höchsten Preis bezahlt.
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14. Die Demokratische Republik Kongo, ehemals Zaire, das drittgrößte und von der Vielfalt seiner Bodenschätze her mit Abstand
reichste Land, ist stellvertretend für das Schicksal des gesamten Kontinents. Ein Untersuchungsbericht des kongolesischen
Senats, der im Oktober in Kinshasa veröffentlicht wurde, stellt fest, dass der Staat dieses Landes nicht einmal in der Lage
ist, eine vollständige Liste der Bergbaugesellschaften zu erstellen, die im Land tätig sind, und ganz zu schweigen Steuern von
ihnen einzunehmen. Tatsächlich ist eine große Zahl großer westlicher Firmen im Land, um direkt oder indirekt Kobalt, Kupfer,
Gold, Silber, Diamant, Koltan abzubauen, das an die Industrie der entwickelten Länder geht, ohne dass auch nur das geringste
für die örtliche Bevölkerung und nicht einmal für den kongolesischen Staat abfällt. Höchstens die zahlreichen
Kriegsherren, die den Konzernen, die das Land ausrauben, als Schutztruppen dienen, bekommen etwas von diesem Reichtum ab. Die
erdrückende Mehrheit der rund 70 Millionen Einwohner lebt nach den Worten der Zeitung Le Monde „unter menschenunwürdigen
Bedingungen, Opfer der lokalen Kriege, Opfer der Verschwendung in Politik und Verwaltung, Opfer vor allem der Plünderung des
Landes“.
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15. Die Einsetzung unter Applaus der französischen Regierung von Ali Bongo in Gabun als Nachfolger seines Vaters Omar Bongo,
der 42 Jahre lang Diktator dieses Landes war, sowie die jüngsten Wendungen des so genannten Angolagate-Prozesses erinnern an
die aktive Präsenz und die nicht gerade glorreiche Rolle, die Frankreich in seinen ehemaligen Kolonien in Afrika und darüber
hinaus spielt.
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Natürlich war von Sarkozy nicht zu erwarten, dass er, wie er bei seinem Machtantritt behauptet hatte, „La Françafrique“(
Das teilweise staatliche, teilweise private Netzwerk, das auf mafiose Art und Weise erhebliche Teile der afrikanischen Politik
und Ökonomien kontrolliert), die engen Bande zwischen den Diktaturen oder mehr oder weniger autoritären Regimes des ehemaligen
Kolonialreichs und zahlreichen Spitzenpolitikern und hohen Beamten des französischen Staats aufgeben würde. Jeder kommt dabei
auf seine Rechnung, die afrikanischen Diktatoren durch internationalen Schutz und diplomatische Anerkennung, und der
französische Imperialismus durch Bestellungen und Aufträge, ein Einflussgebiet, und ganz zu schweigen durch die Krümel, die
dabei für den politischen Klüngel abfallen, denn die afrikanischen Machthaber verstehen es, großzügig mit dem Geld
umzugehen, dass sie aus ihren Völkern herauspressen. Wenn auch nichts anderes dabei herumkommt, hat der Angolagate-Prozess
einen Zipfel des Schleiers angehoben, der über diesem Milieu liegt, in dem sich Politiker von rechts und links, ein ehemaliger
Minister, ein ehemaliger Präfekt, Waffenhändler, anrüchige Geschäftsleute und als Würze einige Erfolgsschriftsteller und
Essayisten einander die Hand reichen. Die Millionen, die die einen wie die anderen dabei eingesteckt haben, sind allerdings nur
ein paar Bröckchen des Profits, der den ärmsten Bevölkerungen der Erde abgepresst und aus der Plünderung des Kontinents
gezogen wird.
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Zwar beschert die Kontrolle über die Wirtschaft der meisten dieser Länder dem französischen Großkapital nur noch einen
Bruchteil seines gesamten Profits, doch ist dieser Bruchteil für einige kapitalistische Dynastien wie Bolloré, Bouygues,
Micheli, Pinault, Saadé, Aga Khan und anderen, und für einige der größten Unternehmen des CAC 40 wie Total, Areva, Air
France, Eromet, Vinci, für Banken wie die BNP, die Société Générale oder der Crédit du Nord und ganz zu schweigen von den
Waffenhändlern durchaus beachtlich.
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16. Der französische Staat hat derzeit in Afrika zum Schutz seiner Interessen rund 10.000 Soldaten im Einsatz. Die Hälfte ist
in den ständigen Stützpunkten in Djibuti, in Senegal und in Gabun stationiert, die anderen nehmen an militärischen Einsätzen
mit poetischen Namen wie „Licorne“ (Einhorn) an der Elfenbeinküste und „Epervier“ (Falke) im Tschad teil. Ohne die
französischen Soldaten mitzurechnen, die an den europäischen Streitkräften beteiligt sind oder die sie sogar leiten, und die
sich ebenfalls im Tschad und in der Zentralafrikanischen Republik befinden.
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Im Tschad hält die französische Armee den Diktator Déby künstlich an der Macht, den bewaffnete Oppositionen bereits zwei Mal
beinahe gestürzt hätten, wäre ihm nicht die französisch Luftwaffe zu Hilfe gekommen.
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17. In Elfenbeinküste hat die französische Armee rund viertausend Soldaten, die dort theoretisch als Friedensstreitkraft
zwischen den zwei sich gegenüber stehenden Teilen der ehemaligen ivorischen Armee im Einsatz ist, wobei die so genannten
loyalen Truppen den Süden des Landes, wo die legale Regierung sitzt, und die rebellischen Truppen den Norden besetzt halten.
Seit zwischen Gbagbo, dem amtsführenden Präsidenten von Elfenbeinküste, und Soro, dem politischen Führer der Rebellion im
Norden, eine Einigung erreicht wurde, die mit der Ernennung des letzteren zum Premierminister des ersteren besiegelt wurde,
bereitet sich die gesamte politische Kaste auf eine Präsidentschaftswahl vor, die die Sezession liquidieren, die Einheit des
Landes wiederherstellen und – am wichtigsten für den französischen Imperialismus – die Einheit der Armee wiederherstellen
soll.
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Diese Wahlen, die mehrere Male verschoben wurden, wurden „endgültig“ auf den 29. November 2009 festgelegt. Zum Zeitpunkt,
an dem wir schreiben, deutet jedoch alles darauf hin, dass dieser Termin ein weiteres Mal verschoben werden wird, weniger wegen
der angeblichen Langsamkeit der Erfassung der Wahlberechtigten und der Verteilung der Wahlberechtigungen, sondern wegen des
Widerstands einiger rebellischer Militärchefs, die sich gewinnbringende Lehen ergattert haben. „Sie beuten die
natürlichen Rohstoffe aus und exportieren sie, darunter Kakao, Baumwolle, Holz, Cashewnüsse, Gold und Diamanten“,
heißt es in einem jüngsten Bericht der UNO.
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Gbagbo selbst zieht ebenfalls Vorteile aus diesen Verschiebungen der Wahlen – die Präsidentschaftswahlen hätten bereits 2005
stattfinden sollen – denn inzwischen bleibt er im Präsidentschaftspalast.
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Und „übergeordnetes Interesse der Nation“ oder nicht, sie sind nur gegen umfassende Entschädigungen gewillt, ihre Lehen
aufzugeben. Die ivorische wie die französische Bourgeoisie haben die Diener, die sie verdienen.
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18. Aber die Spannungsherde, in denen unter der Asche die Glut schwelt und droht, in Flammen aufzugehen, beschränken sich nicht
auf die unterentwickelten zwei Drittel des Planeten. In Europa, wurde zwar einer der aus der Auflösung Jugoslawiens
hervorgegangenen Staaten, Slowenien, in die Europäische Union und sogar in die Eurozone eingegliedert, zwar ist ein weiterer,
Kroatien, auf dem Weg dahin, doch sind Bosnien und der Kosovo weit davon entfernt, die Stabilität erreicht zu haben, die ihr
die westlichen Schutzmächte angeblich bringen wollten.
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Bosnien ist ein Protektorat, das seinen Namen nicht nennt, am Gängelband eines „Hohen Vertreters“ und vierzehn Jahre nach
den Verträgen von Dayton institutionell gelähmt. Das Land bleibt gespalten in zwei quasi unabhängige Einheiten, eine
„Serbische Republik“ und eine „Kroatisch-moslemische Föderation“. Die erste wird von der politisch-mafiosen Clique
seines Regierungschefs geführt, der die Herrschaft über sein Lehen nicht aufgeben will. Die zweite ist eine zusammen
gewürfelte Einheit mit einer offiziellen ethnischen Trennung.
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Der Kosovo, dessen Unabhängigkeit von nicht sehr vielen Staaten anerkannt wurde, darunter Russland, aber auch Spanien, usw.,
ist zerrissen zwischen seiner albanischen Mehrheit und seiner serbischen Minderheit. Die politischen Konflikte begünstigen auch
dort die organisierte Kriminalität und Schmuggelhandel aller Art.
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Durch die Spaltung von Ex-Jugoslawien, die die internationale Diplomatie mit dem Grundsatz der Nationalitäten rechtfertigt,
wurde das Kunststück vollbracht, dass trotz der Zersplitterung des Staates oder gerade wegen ihm, zumindest zwei der nationalen
Fragen, die die Region bereits seit den Balkankriegen zu Beginn des vorigen Jahrhunderts verfolgen, nämlich die serbische und
die albanische, noch immer nicht gelöst sind.
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19. Zwar sind die nationalen, oder gar ethnischen oder religiösen Spannungen noch immer in Ex-Jugoslawien am sichtbarsten, aber
eigentlich wird ganz Mitteleuropa davon untergraben. Überall in den ehemaligen Volksdemokratien sind die Krise und die
aufsteigende Armut dabei, die Spannungen zwischen den Völkern anzuheizen.
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In diesem ganzen Teil Europas wurden die Grenzen von den imperialistischen Siegermächten des Ersten Weltkriegs ihren Interessen
gemäß gezogen, ohne sich jemals um die Interessen oder gar um die Identität der Völker zu scheren, die man da zerstückelte
oder zwangsweise mit anderen zusammenwürfelte. Die meisten dieser Staaten sind Mehrvölkerstaaten, mit einer oder mehreren
nationalen Minderheiten, die natürlich als Zielscheibe der rechtsextremen Demagogien dienen.
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Zu diesen nationalen Minderheiten kommen die Roma, die überall sind und die überall den ärmsten und am meisten unterdrückten
Teil der Bevölkerung ausmachen, der auch die bevorzugte Zielscheibe faschistoider Grüppchen ist. Die jüngsten Europawahlen
haben den Aufstieg der rechtsextremen Richtungen, die auf die chauvinistische Demagogie setzen, was die nationalen Minderheiten
anbelangt, und auf rassistische Demagogie, was die Roma betrifft, bestätigt.
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20. Über das widerliche Gedankengut, deren Träger sie sind, hinaus, sind diese extremrechten Gruppen, die dabei sind, an
Mitteln und Ansehen zu gewinnen, auch eine physische Bedrohung für die Werktätigen dar. Die Arbeiterklasse stellt in diesen
Ländern eine zahlenmäßig bedeutende Kraft dar, die oft in großen Betrieben aus der Zeit der Volksdemokratien, die seitdem
noch nicht alle geschlossen oder aufgespaltet wurden, konzentriert ist.
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Die polnische Arbeiterklasse, wie auch die der ehemaligen Tschechoslowakei, Ungarns oder Rumäniens blicken auf eine reiche
kämpferische Vergangenheit zurück. Diese Arbeiterklassen, die zuvor unter Staatssystemen ausgebeutet und unterdrückt wurden,
die sich als sozialistisch ausgaben, sind es nunmehr zugunsten privaten Kapitals unter meistens sehr reaktionären Regierungen,
und sind wahrscheinlich noch orientierungsloser als die westliche Arbeiterklasse. Aber die Schwere der Krise droht mit sozialen
Explosionen, die für die Bourgeoisie dieser Länder mit ihrer neureichen Überheblichkeit und hinter ihnen für das westliche
Großkapital, das die Wirtschaft dieser Länder kontrolliert, gefährlich sind.
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In diesem Kontext ist die Entwicklung der rechtsextremen Gruppen, die die Kommunismusfeindlichkeit auf ihre Fahne geschrieben
haben, chauvinistische Reden schwingen, und als „Streikbrecher“ mobilisierbar sind, eine Gefahr für die Werktätigen.
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21. Die Wirtschaft Russlands und der Haushalt dieses Landes wurden seit 2000 durch die hohen Preise für Erdöl, Gas und andere
Rohstoffe getragen. Erdöl und Erdgas stehen für über 50% der Ausfuhren, Metalle und Metallprodukte für beinahe 20%. Die
hohen Kurse dieser Rohstoffe haben es Russland ermöglicht, seine Schulden abzubauen und Reserven anzulegen, die im August 2008
auf 600 Milliarden Dollar angestiegen waren (was nebenbei auch die Oligarchen bereichert hat, die es geschafft haben, diese
Sektoren unter ihre Kontrolle zu bekommen). Putin brüstete sich im November 2008: „Die Wirtschaft wird vor brutalen
externen Wirkungen durch unsere internationalen Reserven geschützt sein“. In Wirklichkeit sind diese Reserven binnen
weniger Monate auf 370 Milliarden Dollar in 2009 zusammengeschmolzen.
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Was für Russland ein Vorteil gewesen war, ist mit der Krise und den Schwankungen bei den Gas- und Ölpreisen zu einem Nachteil
geworden. Der Sturz der Industrieproduktion um 9% im November 2008, um 10% im Dezember 2008 und um 16% im Januar 2009, jeweils
im Vergleich zum Vorjahr, hat die Produktivwirtschaft schwer getroffen.
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22. Gewiss braucht man über das Schicksal der großen Oligarchen der russischen Wirtschaft, die mit den politischen
Machtkreisen eng verbunden sind, keine Träne zu vergießen – ein gewisser Deripaska, der unter dem Schutz Putins der König
des Aluminiums geworden ist, hätte zwanzig Milliarden Dollar verloren – , aber die Folgen der Krise haben eine originelle
Wendung angenommen, die mit der sowjetischen Vergangenheit zusammenhängt.
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Ein Grundpfeiler der Planwirtschaft in der Sowjetunion war die Entwicklung sehr großer Unternehmen, die auf eine einzige
Produktion spezialisiert waren – z. B. das Autowerk AvtoWAS mit seinen 102.000 Arbeitern (an dem Renault heute 25% der Aktien
besitzt) - , was zur Entwicklung monoindustrieller Städte rund um diese Werke geführt hat. Trotz der Entwicklung der ehemals
sowjetischen Wirtschaft in den letzten zwanzig Jahren, trotz der rechtlichen Veränderungen, die mit reichlichen Schwankungen
eingetreten sind, bleibt die Grundstruktur der gesamten russischen Wirtschaft geprägt von dieser Besonderheit aus den Zeiten
der Planwirtschaft. Den jüngsten Zahlen zufolge (Quelle: Le Monde) wurden bei Eintritt der Krise 40% des Bruttoinlandsprodukts
von diesen monoindustriellen Städten generiert, die nur auf eine Art der Produktion und ein einziges Unternehmen ausgerichtet
sind.
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Die russische Föderation hat vierhundert solcher monoindustriellen Städte, in denen 25 Millionen Menschen wohnen. Darüber
hinaus war es mit der Planwirtschaft möglich, solche Städte auch in den ungastlichsten Regionen des Landes aus dem Boden zu
stampfen. Die Gegenwart und Zukunft dieser Betriebe und der Städte, die mit ihnen entstanden sind, hingen und hängen immer
noch von ihrer Eingliederung in ein industrielles Gewebe im Maßstab des gesamten Landes ab. Das war mit der Planwirtschaft von
Natur aus gegeben. Aber heute, wo die Bande, die im Rahmen der Planwirtschaft geknüpft wurden, gerissen sind, werden die
Probleme dadurch noch vermehrt und verschlimmert.
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Wenn die Krise einen dieser Betriebe trifft, ist dies nicht nur aufgrund der drohenden Entlassungen für einen Teil der Arbeiter
dramatisch, sondern auch, weil der Betrieb und die Stadt in einer Symbiose leben. Oft erzeugt die Fabrik auch den Strom und die
Heizung für die Einwohner und sorgt für eine Reihe sozialer Dienstleistungen (Ferienlager für die Kinder, eine Kantine, in
der die ganze Familie essen kann, Gesundheitsversorgung…).
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Das unter diesen Umständen vervielfachte Risiko sozialer Explosionen erklärt, warum die Politiker wie auch die Leitungen der
Betriebe selbst, unter dem Druck dieser Bedrohung, lieber die Arbeitszeiten kürzen und mehr oder weniger lang andauernde
Kurzzeitarbeit einführen, als die Betriebe zu schließen.
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23. Dank der übermäßigen Ausbeutung seiner Arbeiter hat der chinesische Staat Devisenreserven in Höhe von beinahe 2
Billionen Dollar angehäuft, die es zu einem der größten Halter amerikanischer Devisen macht, nach den USA natürlich. Die
gegenseitige finanzielle Abhängigkeit, die daraus zwischen den beiden Ländern entsteht, führt zu allerlei
Fantasievorstellungen, in denen China als das Land dargestellt wird, dessen Dynamik die kapitalistische Weltwirtschaft aus der
Krise führen wird, oder sogar als die zukünftige Weltwirtschaftsmacht, die den USA das Wasser reichen wird. Dabei wird aber
vergessen, dass diese gegenseitige Abhängigkeit eine ist, die ein entwickeltes Land, das über einen starken Binnenmarkt und
ein noch stärkeres Finanzsystem verfügt, mit einem unterentwickelten Land verbindet, das zwar vier Mal mehr Menschen hat,
dessen Binnenmarkt aber durch die Armut der Bevölkerung begrenzt bleibt.
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Wenn China die Werkstatt der Welt geworden ist, wie es heute allgemein gesagt wird, wird in dieser Werkstatt nur zum Teil für
die chinesische Bevölkerung produziert. Darüber hinaus sind die Unternehmen, die in China produzieren, meistens
Zulieferunternehmen unter japanischem, amerikanischem, taiwanesischen oder Kapital anderer Herkunft.
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Das China von heute, das sind auf der einen Seite die ultramodernen Stadtviertel von Shanghai oder Peking und die Lichter der
olympischen Spiele, und auf der anderen der Großteil der ländlichen Gebiete, wo die Menschen ein ärmliches Dasein fristen und
die Bevölkerung unter Duodezfürsten lebt, die der Bürokratie oder der Partei entsprungen sind.
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24. Die Krise selbst scheint, bisher jedenfalls, die seit mehreren Jahren bestehenden Tendenzen zu noch beschleunigen.
Einerseits hat sich China auf den zweiten Platz der Länder mit den meisten Milliardären gehisst, gleich nach den USA. Die USA
hätten demnach 359 Milliardäre, China 130, was, nach den Zahlen der Zeitung Le Monde ein Gesamtvermögen von 571 Milliarden
Dollar (ein Sechstel des chinesischen BIP) ergeben würde. Andererseits hätten die Auswirkungen der Krise bereits mehrere zehn
Millionen Menschen, die auf der Suche nach Arbeit und einem Einkommen in die chinesischen Riesenstädten gekommen waren, wieder
nach Hause getrieben, d. h. zurück in das Elend der ländlichen Gebiete.
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Die Kommentatoren auf der Suche nach Sensationen haben aber vielleicht nicht Unrecht, zu denken, dass sich die Zukunft der Welt
in diesem Land entscheiden wird. Nicht wegen der Anzahl der chinesischen Milliardäre, die, so hört man, seit einigen Jahren
die Hersteller von Luxusartikeln und Erzeuger von Champagnern und Cognacs zu 10.000 Euro die Karaffe beglücken. Sondern
aufgrund der wachsenden zahlenmäßigen Größe des chinesischen Proletariats.
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Unter der Führung einer Partei, die sich noch heute kommunistisch nennt, ist China, wenn man den Experten für diese Art von
Vergleichen Glauben schenken will, das Land mit den größten sozialen Ungleichheiten geworden, direkt hinter Brasilien, ein
wenig vor Südafrika (obwohl es auf diesem Gebiet einiges an Konkurrenten für diese wenig glorreiche Siegerliste gibt). Mit der
Entwicklung dieser sozialen Ungleichheit ist China vielleicht dabei, die Explosivstoffe anzuhäufen, mit denen die
wirtschaftlichen und sozialen Strukturen des Landes eines Tages in die Luft gehen werden. Und angesichts seines Gewichts in der
Welt, vielleicht auch darüber hinaus.
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China ist ohne Zweifel auch das Land, in dem das Fehlen einer politischen Partei, die die Interessen des Proletariats vertritt,
wahrscheinlich am grausamsten zu spüren ist.
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In diesem riesigen Land, von der Fläche her und noch mehr von seiner Bevölkerungszahl her, ist der einzige Faktor für den
Zusammenhalt ein mächtiger Staatsapparat, der voll und ganz im Dienste der privilegierten Klasse steht. Dieser Zentralisierung
gegenüber sind Explosionen, die zwar heftig, aber verstreut und zeitlich unkoordiniert sind, machtlos.
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Aber in einer anderen Zeit, in den 20er Jahren ist die chinesische Arbeiterklasse, unendlich viel kleiner als heute, in der Lage
gewesen, aus ihren Reihen eine kommunistische Partei hervorzubringen. Der Schlüssel zur Zukunft liegt ganz sicher in ihrer
Fähigkeit, eine neue, wirklich kommunistische Partei hervorzubringen, die in der Lage ist, im Namen der chinesischen
Arbeiterklasse den Krieg gegen die neue Bourgeoisie und die mit dieser verbundenen Staatsbürokratie zu führen.
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25. Seit mehreren Jahren treiben die Unterdrückung in armen Ländern, die lokalen Kriege und noch mehr die Armut, oder gar
Hungersnöte eine wachsende Zahl von Menschen in die Migration. Diese Migrationen beschränken sich nicht auf die Migrationen
aus Lateinamerika oder der Karibik in Richtung USA oder Kanada, von Afrika nach Europa, sondern sie führen auch vom armen Osten
Europas in den reichen westlichen Teil des Kontinents oder von Indonesien, den Philippinen oder Malaysia in die Erdölländer
des Nahen Ostens.
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Die Migration ist vom Weg des individuellen Überlebens zu einem Mittel des Überlebens für ganze Regionen oder gar Länder
geworden. Ein kürzlich erschienener Bericht unter der Schirmherrschaft der UNO hat aufgedeckt, dass die afrikanischen
Auswanderer vor der Krise jedes Jahr eine Summe in Höhe von 40 Milliarden Dollar in ihre Herkunftsländer schickten. Eine Summe
ohne gemeinsamen Maßstab mit den miserablen Beträgen, die man allgemein mit den Worten „Hilfen für arme Länder“ oder
„Entwicklungshilfen“ bezeichnet. Ein bedeutender Teil der Bevölkerung der Länder, aus denen die Auswanderer kommen,
überlebt dank dieser Überweisungen. Und diese Überweisungen sind es auch, die es den Dorfgemeinschaften ermöglichen, eine
Reihe kollektiver Einrichtungen, Grundschulen, usw. zu verwirklichen.
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Der durch die Krise und die Arbeitslosigkeit, die die ausgewanderten Arbeiter trifft, bedingte Rückgang der überwiesenen
Summen ist für diese Länder eine Katastrophe. Diese Überweisungen betreffen nicht nur die afrikanische Auswanderung. Für
gewisse Länder in Asien und sogar Europa, sind diese Überweisungen im Verhältnis zu ihrem BIP eine erhebliche Summe: 45% für
Tadschikistan, 38% für Moldawien, neben vielen anderen.
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26. Die Entwicklung dieser Migrationen ist einer der Aspekte der Globalisierung unter dem Imperialismus. Aber dort wo der
Imperialismus die Welt für den Kapital- und Warenverkehr eins gemacht hat, vermehrt er die Hindernisse, die der Freizügigkeit
der Menschen im Wege stehen, obwohl es genau der Imperialismus ist, der die Menschen in die Migration treibt, indem er den
Graben zwischen den reichen und armen Ländern immer weiter vergrößert und die Folgen seiner Finanzkrise die Preise der
Lebensmittelprodukte nach oben treiben.
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Während die führenden Kreise der imperialistischen Welt lautstark das Jubiläum des Mauerfalls feiern, werden andere Mauern in
der Welt errichtet. Aus politischen Gründen, wie bei der Mauer, die die israelische Bevölkerung von den Palästinensern
trennt, oder aus wirtschaftlichen Gründen, wie bei den elektrischen Zäunen an der Grenze zwischen den USA und Mexiko, oder
auch an einer der südlichen Grenzen Europas, in Ceuta und Melilla, und ganz zu schweigen von den Schengen-Grenzen an den
Ostgrenzen der zuletzt integrierten osteuropäischen Länder.
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Aber die schlimmsten Grenzen, sind nicht die aus Beton oder Stacheldraht. Die schlimmsten Grenzen sind die, die von
rückschrittlichen Politiken in den Köpfen errichtet werden. Diese Immigrationspolitiken werden in allen imperialistischen
Ländern geführt und beschreiben die Migration als eine Bedrohung, die es zu verhindern oder doch wenigstens zu filtern gilt.
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Die von allen Regierungen des faulenden Imperialismus gleichermaßen betriebene Einwanderungspolitik ist ein Rückschritt im
Vergleich zu der Zeit, in der der Imperialismus entstand.
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Erinnern wir daran, dass das, was manchmal die erste Globalisierung des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts genannt
wird, von massiven Migrationsströmen aus dem östlichen und südlichen Europa in Richtung des westlichen Teils des Kontinents
und mehr noch von Europa in die USA begleitet war. Während er diese Bewegungen ganzer Bevölkerungen verursachte, hatte der
Imperialismus noch nicht all die materiellen oder administrativen Hindernisse erfunden, um sie zu verhindern, ja nicht einmal
den Begriff „Papierlose“.
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27. Erinnern wir auch daran, dass die damalige Arbeiterbewegung, die noch revolutionäre sozialistische Internationale diese
Migrationen und die sich daraus ergebende Vermischung der Arbeiter verschiedener Herkunft als etwas Positives ansah und sogar
als einen Grundpfeiler des Internationalismus der Arbeiterklasse.
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Die großen Arbeiterparteien der damaligen Zeit bemühten sich darum, dass die Arbeiter des Ziellandes die Einwanderer
aufnahmen, nicht nur, um ihre Eingliederung zu vereinfachen, sondern auch, um ihr Bewusstsein zu bilden und die besten
Traditionen der Arbeiterbewegung an sie weiterzugeben. Sie bekämpften alle Versuche der Arbeitgeber, die damals auch nicht
besser waren als heute, die Werktätigen gegeneinander auszuspielen. Und das taten sie nicht nur, indem sie Prinzipien
anführten, sondern auch, indem sie dafür kämpften, dass die einwandernden Arbeiter dieselben Löhne und dieselben
Lebensbedingungen erhielten, wie die einheimischen.
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Und es ist sehr wohl ein Zeichen der Degenerierung dieser ehemaligen großen Arbeiterparteien, dass sie, wenn sie an der
Regierung sind, dieselbe reaktionäre Politik betreiben, wie die rechten Parteien.
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28. Für die revolutionären Kommunisten ist der Internationalismus nicht nur – aber auch – eine Frage der elementaren
menschlichen Solidarität.
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Genau wie die Bourgeoisie, in der Zeit, als sie revolutionär war, den Gedanken der Nation in sich trug, trägt das Proletariat
den Gedanken der Union des gesamten Planeten in sich, einfach weil der Kommunismus nur in diesem Maßstab möglich ist. Der Satz
„Arbeiter aller Länder, vereinigt euch!“ ist nicht nur ein Slogan über die Notwendigkeit für alle Werktätigen, sich der
kapitalistischen Klasse gegenüber über ihre jeweilige Herkunft hinaus zu vereinigen. Er sagt vielmehr auch aus, dass die Welt
von Morgen, die von Ausbeutung, Privateigentum über die Produktionsmittel, Profit und Konkurrenz befreit sein wird, in der eine
demokratisch gesteuerte Planwirtschaft nach dem Ausdruck von Marx „jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen
Bedürfnissen“ funktionieren wird, nur vom Weltproletariat verwirklicht werden kann.
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29. Oktober 2009
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