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Ins Deutsche übersetzte Texte
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China auf dem Weg der Entmaoisierung
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Januar 1979
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China auf dem Weg der Entmaoisierung (aus Lutte de Classe - Klassenkampf - Januar 1979)
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Mit dem Erscheinen von Dazibaos (von Hand geschriebene Wandzeitungen) auf den Mauern von Peking im letzten November, die Mao
Tse-tung und seine Politik offen in Frage stellten, sind wir – so scheint es – in die Ära der Entmaoisierung eingetreten.
Seit mehreren Monaten kündigte sich dies in der Presse an. Aber dies war auf kaschierte Weise geschehen, ohne dass Mao klar und
deutlich in Frage gestellt worden wäre. Es wurde von „gewissen Fehlern“ eines „gewissen oberen Führers“ gesprochen.
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Seit zwei Monaten hat sich alles geändert. Die Pekinger können Dazibaos lesen, auf denen Irrtümer Maos ungekürzt zitiert
werden. Zum ersten Mal seit dreißig Jahren bzw. fast seitdem die chinesische kommunistische Partei die Macht übernommen hat,
wird derjenige einer öffentlichen Kritik unterzogen, für den ein wahrer Kult geschaffen wurde. Derjenige wird kritisiert,
dessen jedes Wort quasi heilig war, derjenige, dessen Gedanken, so schien es, Chirurgen wie Landwirte Wunder vollbringen ließ,
ohne dass man uns natürlich jemals erklärte weshalb und wie.
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Und das Plenum des Zentralkomitees der KPCh vom 18. bis zum 22. Dezember in Peking, welches gleichzeitig an die „großen
unvergänglichen Verdienste“ der Leuchte des Großen Steuermanns erinnerte, sprach ebenso von seinen „Unzulänglichkeiten“
und seinen „Irrtümern“ (ohne übrigens zu erklären, worin ihr Wesen besteht).
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Kein Zweifel, dass Wandel von Bedeutung ist. Es bleibt hingegen seine Bedeutung zu verstehen und auszuwerten. Welcher Wandel und
wenn es einen Wandel gibt, was kann dies für die Politik Chinas mit sich bringen oder offenbaren?
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Man sollte sich zunächst daran erinnern, dass vor dreißig Jahren, als China das Thema war, die Mehrheit der Kommentatoren und
Journalisten jede rationale Analyse aufgegeben zu haben schienen. Dieselben, die überall anderswo versuchten die Ursachen und
Mechanismen zu verstehen, d. h. jenseits der Worte und Deklarationen, welche Interessen im Spiel sind und in welchem Sinne sie
spielen, scheinen, sobald es sich um China handelt, jeden kritischen Geist aufzugeben. Ein wenig als ob die Gedanken Maos sie
ebenfalls mit seiner Lieblichkeit berührte. Sie, die im Allgemeinen zutiefst anti-maoistisch, ja selbst anti-chinesisch sind,
sind bereit uns die unwahrscheinlichsten Hirngespinste als Erklärungen anbieten.
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Wir haben das zum Beispiel zur Zeit der Kulturrevolution erlebt, wo die meist anerkannte These war, dass Mao – in der
Minderheit und der Macht beraubt – Millionen, ja selbst zig Millionen junge Leute, im wesentlichen Studenten, mobilisiert
hätte, um sie zum Sturmlauf auf die Partei und die Führer, die ihn abgesetzt hätten, zu bringen. Und keiner von ihnen, die
uns noch heute diese schöne Geschichte anbieten, stellt sich die Frage, wie jener, der scheinbar die Macht verloren hatte, in
der Lage gewesen ist, sich an das Land zu wenden (in einem Land, wo einzig jene, die regieren, das Rederecht haben), die Jugend
zu mobilisieren, sie durch die Armee selbst (d. h. durch den Machtapparat) durch das ganze Land von einer Stadt zur anderen
transportieren zu lassen, während jene die die Macht gehabt haben sollen, still geblieben sind, passiv, ohne irgendetwas zu tun
oder zu versuchen, um sich dem Sturmlauf, der sie hätte umreißen können, etwas entgegenzusetzen. Man müsste glauben, dass in
China nicht diejenigen die Macht haben, die regieren. Wahrscheinlich besteht darin für die westlichen bürgerlichen
Journalisten die Demonstration des unergründlichen orientalischen Geistes.
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Sicher, wir müssen zugeben, dass die Sitten des maoistischen Regimes diese Hirngespinste begünstigen. Niemals während der
zahlreichen Krisen, die einige Führer in Opposition zu Mao brachten, hat man den Gegenstand der Meinungsverschiedenheiten
gekannt oder das Programm, für das die einen oder die anderen kämpften.
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Doch dies ist nur der Ausdruck für ein politisches Regime, das stets versucht die ganze Bevölkerung vom politischen Leben fern
zu halten. Denn wenn in China die Dinge niemals klar gesagt werden, wenn die wahren Probleme niemals öffentlich und offen
gestellt werden, so geschieht dies natürlich nicht einfach dazu, um die ausländischen Journalisten zu verwirren. Dies
geschieht, weil die Führer auf keinen Fall wollen, dass die chinesischen Massen ihre Nase in ihre Probleme stecken und sich
ihrer bemächtigen, sie diskutieren und womöglich in ihre Lösung eingreifen. Sie sind bestenfalls aufgerufen die getroffenen
Entscheidungen und die angenommenen Lösungen zu unterstützen und die siegreiche Fraktion zu beklatschen. In diesem Sinne
übrigens hat das chinesische Regime nur eine Haltung ins Extreme gesteigert, welche alle Regierungen und alle Staaten
einnehmen, selbst jene, die sich für demokratisch halten.
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Jedoch jenseits der Reden und Behauptungen, die manchmal irrsinnig oder irrational erscheinen können, antwortet die chinesische
Politik nach denselben Regeln wie die anderer Länder, selbst wenn die Führer nicht klar – das ist das Wenigste, das man
sagen kann – ihre Beweggründe erwähnen. Und die chinesische Politik erklärt sich ebenfalls wie jede andere, indem sie
versucht auf die Frage „Welchen Interessen dient sie und wie?“ zu antworten.
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Wem dient also heute die Entmaoisierung? Jene, die trotzdem versuchen eine Erklärung zu finden, stellen drei heraus. Erstens:
Die Entmaoisierung wäre für die neue Führungsriege notwendig, weil diese China in eine Maos diametral entgegen gesetzte
Richtung orientieren wollen. Sie müsste also das politische und theoretische Werk Maos zerstören.
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Zweitens: Die Entmaoisierung entspricht einem Wunsch nach Freiheit und Demokratie einiger Schichten, wenn nicht der ganzen
chinesischen Bevölkerung.
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Drittens schließlich wäre die Entmaoisierung der Ausdruck eines Tendenzkampfes unter den chinesischen Führern, insbesondere
Deng Xiaoping, dem aktuellen Vizepremierminister, und Hua Guofeng, dem Präsidenten der KPCh. Die Entmaoisierung wäre eine
Waffe in den Händen des Ersteren, um den Zweiten zu schlagen.
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Diese drei Begründungen werden übrigens oft gemeinsam herausgestellt, als wenn alle drei sich gegenseitig in gewisser Weise
ergänzten, um auf den Weg der Entmaoisierung zu drängen.
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Haben Hua Guofeng und Deng Xiaoping mit der maoistischen Politik gebrochen?
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Haben die aktuellen chinesischen Führer also China auf einen Weg gebracht, der komplett mit dem Maoismus bricht?
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Sicher, wenn man sich auf das China von vor zehn Jahren, dem der Kulturrevolution bezieht, scheint die Politik von Hua Guofeng
und Deng Xiaoping radikal anders. Die Politik in die vorderste Reihe stellend, mobilisierte das China der Kulturrevolution
Millionen von jungen Menschen über Monate hinweg, auf die Gefahr hin die Universitäten während einer Zeit komplett zu
schließen und die Studien ernsthaft für lange Zeit durcheinander zu bringen und auch auf die Gefahr hin, die Produktion in den
Fabriken zu beinträchtigen. Die Intellektuellen, die Kader, aber auch und vor allem die Arbeitenden und die gesamte
Bevölkerung der Städte wurden einem intensiven politischen Druck unterworfen, um sie dazu zu bringen ihr Schicksal ohne
Sträuben zu akzeptieren. Es brauchte nur die Forderung nach der geringsten materiellen oder moralischen Verbesserung
aufgeworfen zu werden, das sie gleich unfehlbar als Zeichen eines reaktionären Geistes dargestellt wurde. Millionen Roter
Garden wurden permanent in den Städten und auf den Straßen mobilisiert, um dies in die Köpfe zu bringen, indem man die
Maximen des Kleinen Roten Buches herunterleierte... und die Widerspenstigen schlug, wenn man sie fand. Das Regime ging das
Risiko einer relativen Desorganisierung der Produktion und der Ökonomie ein, um sich zu versichern, dass alle Schichten der
Bevölkerung ihr Schicksal akzeptierten. Tatsächlich war das Risiko nicht groß. Vom kapitalistischen Weltmarkt durch die
Blockade seit 1949 durch die USA abgeschnitten, ohne Wirtschaftsbeziehungen mit der UdSSR seit dem Bruch der beiden Länder im
Jahre 1960, musste China in einer kompletten Autarkie leben und „effektiv nur auf die eigenen Kräfte bauen“. Darüber
hinaus schien es von einer imperialistischen Aggression bedroht, die sich in Südostasien an seinen Grenzen entwickelte – in
Vietnam. Und unter solchen Bedingungen, konnte das Land, mit einer sehr schwachen Industrie, kaum anders als lediglich seine
Ökonomie und Produktion aufrecht erhalten, die sich praktisch, außer in wenigen Bereichen, nicht entwickelte. Es konnte
während einiger Jahre darauf verzichten Techniker auszubilden, die es nicht brauchte; es konnte selbst die Produktion für
einige Zeit beeinträchtigen. Die Resignation der Arbeitenden und der städtischen Bevölkerung, ihr Akzeptieren einer
Situation, die man nicht ändern würde können, ihre Unterwerfung unter das Regime – zusammen gefasst überall die
Etablierung der Idee von einem belagerten Camp, lohnten diese paar Beeinträchtigungen.
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Heute sprechen die chinesischen Führer nur noch von Modernisierung und Industrialisierung. Die offizielle Losung ist die der
„vier Modernisierungen“: jene der Industrie, der Landwirtschaft, der Armee sowie der Wissenschaft und Technik. Hierfür
vervielfachen die Chinesen die wirtschaftlichen Beziehungen und Handelsabkommen mit dem Ausland und insbesondere den
hochindustrialisierten Ländern Japan, Deutschland, Frankreich. Die Arbeiter in den Fabriken und auf den Feldern sind aufgerufen
so viel wie möglich zu produzieren. Man hat die materiellen Anreize wieder ehrbar gemacht, d. h. die Löhne sind an die
Produktion gekoppelt und man gaukelt den Arbeitenden die Möglichkeit ihr Schicksal verbessern zu können vor. Die Studenten
sollen studieren und das bestmögliche Wissen erringen, um der Industrialisierung und Modernisierung zu dienen. Und alle sind
dazu aufgerufen zu verstehen, dass die einzige Art und Weise seine politische Aufgabe zu erfüllen darin besteht, sich
vollständig der wirtschaftlichen Aufgabe zu widmen.
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Kurz, es handelt sich um den Gegensatz schlechthin zur Kulturrevolution. Jedoch will das nicht gerade heißen, dass dies der
Gegensatz zur maoistischen Politik ist.
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Denn das, was man Kulturrevolution genannt hat, ist seit 1969 eigentlich beendet, selbst wenn man sich noch über Jahre hinweg
weiterhin auf sie bezog. Und genauer noch, seit 1972, unter der Führung von Chou En-Lai, damals Premierminister, der Anfang
1976 starb, wurde die heutige Politik begonnen. Das war, als Chou En-Lai die Formel der „vier Modernisierungen“ ins Leben
rief, welche heute so geehrt wird. Er hat übrigens lediglich die Formel wieder aufgegriffen, die er selbst bereits 1964, lange
vor der Kulturrevolution, entwarf.
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Und dieser Wechsel lässt sich sehr gut erklären. 1972 war das Jahr, als die USA entschieden ihre Politik in Bezug auf China zu
ändern. Das war das Jahr, als Nixon sich spektakulärerweise nach Peking begab. Das ist der Beweis, dass die USA nicht mehr
darüber nachdenken China anzugreifen, sondern im Gegenteil hieraus einen Alliierten sowohl gegen die UdSSR machen wollen als
auch den Status quo in Asien zu erhalten trachten. Und das ist für China die Möglichkeit, um der wirtschaftlichen Autarkie ein
Ende zu setzen, welche ihm bis dahin auferlegt wurde. Im Kielwasser der USA nehmen Japan und dann andere Industrieländer die
Beziehungen zu China wieder auf. China kann dank des Austausches, der ihm nun erneut erlaubt ist, davon träumen eine neue
Industrialisierung und Modernisierung zu versuchen. Das ist der Beginn und der Embryo mit Chou En-Lai, doch auch mit Mao und der
folgenden Politik heute unter Hua Guofeng und Deng Xiaoping.
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Denn die aktuelle chinesische Politik bricht in Nichts mit der Politik Maos oder steht gar in ihrem Gegensatz. Im Gegenteil, sie
ist auf allen Gebieten lediglich die Fortsetzung und Entwicklung einer begonnenen Politik zu Lebzeiten Mao selbst.
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In der Außenpolitik datiert die antirussische Orientierung seit dem Beginn der 60er Jahre und wurde ohne das mindeste Zögern
während der 15 Jahre, die Mao weiter über China regierte, fortgesetzt. Die neuen Beziehungen mit den USA wurden von Mao selbst
von 1972 an ins Leben gerufen. Die offizielle Anerkennung der Regierung Pekings durch Washington und der Austausch von
Botschaftern, der am 1. Januar 1979 zwischen den USA und China stattgefunden hat, sind nur der logische und unvermeidbare
Schluss des Händedruckes, den Mao und Nixon sich vor jetzt fast sieben Jahren gaben. Die neue Wirtschaftspolitik, die Deng und
Hua Guofeng jetzt bis zum Äußersten treiben, wurde mit Mao begonnen.
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Es bedeutet die Augen vor 30 Jahren Geschichte zu schließen, während der Mao an der Macht war, wenn man den Maoismus auf die
Kulturrevolution reduziert. Das war nur ein Wendepunkt in der maoistischen Politik, ein Wendepunkt, der sich durch eine
bestimmte Situation Chinas erklärt. Der Maoismus ist überhaupt keine strikte und unbewegliche Doktrin. Der Maoismus ist im
Gegenteil Pragmatismus und Empirismus im Dienste des chinesischen Nationalismus. Dies hat Mao während der 30 Jahre
Regierungszeit dazu gebracht, komplett entgegengesetzte Politik zu machen: die Kulturrevolution zu einem Augenblick, aber zu
anderen Augenblicken die Industrialisierung und Modernisierung bis aufs Messer; der Terror gegen die Intellektuellen eine Zeit
lang und die „Hundert Blumen“ zu einem anderen Zeitpunkt; die Entwicklung der bäuerlichen Parzellen in einer Zeit, die
erzwungene Kollektivierung zu einer anderen – man könnte die Beispiele auf allen Gebieten vervielfachen. Eine Sache bleibt
jedoch in allen unterschiedlichen und widersprüchlichen politischen Kursen gleich – und die macht den Maoismus im Grunde aus
– sie standen alle im Dienste der Verteidigung Chinas und seines Staates, wenn nicht gar der Entwicklung Chinas, sofern dies
möglich war. Aber in diesem Sinne sind die aktuellen Führer Chinas die Erben Maos und ordnen sich in den Lauf des Maoismus
ein. Übrigens fällt es Hua Guofeng und Deng seit zwei Jahren nicht schwer in den Schriften und der Geschichte Maos Beispiele
zu schöpfen, um ihre aktuelle Politik zu rechtfertigen.
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Wenn die aktuellen Führer zur Entmaoisierung drängen, so ist das sicher nicht weil ihre Politik im Widerspruch zum Maoismus
stünde. Sie brauchen sich überhaupt nicht von ihm zu befreien, nicht von dem Werk noch von der Person des verstorbenen Großen
Steuermann, um sich zu rechtfertigen.
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Zu einer größeren Demokratie?
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Wird die Entmaoisierung von den chinesischen Massen oder zumindest von einigen Schichten der Bevölkerung also gewollt? Ist sie
auf die eine oder andere Weise das Ergebnis eines Drucks, den sie ausübt oder zumindest eine Antwort auf ihre Erwartung?
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Es ist möglich, dass einige Schichten der chinesischen Gesellschaft die Entmaoisierung mit Gefallen vernehmen, obgleich man auf
diesem Gebiet, man sollte dies wahrscheinlich wiederholen, vorsichtig sein sollte. In diesem Regime, dessen geringste Sorge es
ist, irgendeine spontane Äußerung zu erlauben, ist es ziemlich schwierig zu begründen und zu wissen, was diese oder jene
soziale Schicht denkt oder wirklich will.
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Tatsächlich das, was man zunächst denken kann, ist, dass die aktuelle Politik der chinesischen Regierung in die Richtung des
bekannten oder vermuteten Bestrebens einiger von ihnen geht.
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Die Wirtschaftskader, die Direktoren und Techniker jeglicher Art, sehen sich insofern mit einer herausgehobenen Rolle im Rahmen
der Modernisierung versehen, als dass sie ebenfalls ihren Platz und ihre Funktion respektiert und abgesichert sehen. Einige
unter ihnen hatten besonders unter den Verwerfungen der Kulturrevolution gelitten. Sie können nur mit Gefallen die
zusätzlichen Zusicherungen aufnehmen, dass nichts Neues auf der Tagesordnung ist.
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Das Regime braucht Intellektuelle, insbesondere um die zukünftigen wirtschaftlich und politisch notwendigen Kader auszubilden,
um die vier Modernisierungen zu fördern. Auch diese können die Zusicherungen nur mit Gefallen vernehmen, dass man sie als
Intellektuelle braucht, dass es keine Frage mehr ist die Universitäten zu schließen oder sie für die Feldarbeit zu recyclen.
Sie können mit Gefallen schließlich vernehmen, dass sie die Künste, die Wissenschaft und Technik mit einer größeren
Entscheidungsfreiheit, wenn nicht mit einer kompletten Freiheit, studieren könnten und ohne dass die sogenannten Gedanken Mao
Tse Tungs daher kommen und ihre Aktivität hemmen oder ihnen ein Halseisen umlegen.
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Schließlich wurden die jungen städtischen Studenten seit 1968/69 systematisch aufs Land geschickt. Sie befürworten sicherlich
Perspektiven, die ihnen eine mögliche Rückkehr in die Städte versprechen, wo im Rahmen der Modernisierung und
Industrialisierung ihre Kapazitäten eine Anstellung finden könnten. Zahlreiche Zeugnisse sind ans Licht gekommen – und
insbesondere von ehemaligen Roten Garden, die am Ende der Kulturrevolution weggeschickt wurden -, die keinen Zweifel über den
Groll, den Millionen junge Städter, die gezwungen wurden aufs Land zu gehen, in sich tragen gegen jene, die sie dazu gezwungen
haben. Le Monde berichtet, dass im Dezember Demonstrationen von jungen Leuten in Schanghai stattgefunden hätten, um ein Ende
der Deportationen zu fordern. Es hätte selbst, laut des Korrespondenten der Le Monde, einen Streik von jungen an die Nordfront
des Landes Geschickten gegeben.
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All diese sozialen Schichten nehmen mit Gefallen die Entmaoisierung in dem Maße auf, wo sie von ihnen als eine ersehnte
Änderung aufgenommen wird. Aber natürlich ist es diese Änderung, die zählt. Und diese ist nicht grundsätzlich der
Entmaoisierung zu verdanken, sondern der aktuellen politischen Orientierung, die selbst der Öffnung zur Außenwelt und der
Anstrengung zu Industrialisieren sowie der unternommenen Modernisierung geschuldet ist. Hierbei ist die Entmaoisierung auch
nicht notwendig, denn dieselbe Orientierung könnte – und wurde bis dahin – mit Bezug auf Mao unternommen werden.
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In jedem Fall gibt es sicher keine Entmaoisierung, weil die chinesischen Führer beschlossen haben der Bevölkerung oder einem
Teil von ihr das freie Rederecht zu geben.
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Die Zeitungen, die Radios, die Fernseher sind vor Entzücken außer sich geraten angesichts der Explosion von Demokratie, die
Einzug gefunden hätte mit den Dazibaos und den Versammlungen um diese herum Ende letzten Novembers in Peking.
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Jedoch war es leicht festzustellen, dass diese improvisierten Dazibaos und Meetings in eine einzige Richtung gingen: der der
Entmaoisierung, exakt in dem Moment, wo die Autoritäten beschlossen hatten diese offen anzustoßen. Es war leicht zu bemerken,
dass kein Oppositioneller das Wort erhielt und dass in demselben Moment ehemalige Führer der Roten Garden verurteilt wurden,
ohne dass sie sich mehr erklären und verteidigen konnten, als ihre eigenen Opfer es einige Jahre früher gekonnt hätten.
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Und dieselbe Presse musste einige Tage später berichten, dass infolge einer lancierten Direktive durch die Regierung die
Angriffe auf Mao zu dämpfen, die Dazibaos zu diesem Thema quasi von einem Tag auf den anderen von den Mauern der chinesischen
Hauptstadt verschwunden waren.
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Eine Demokratie, wo alle jene, die das Wort ergreifen im gewollten Sinne der Regierung sprechen und aufhören zu sprechen, wo
jene den Befehl dazu erteilt, ist die Sorte von Demokratie, die China seit 30 Jahren kennt. Mao selbst hätte dies nicht
geleugnet. Und man muss ein ziemlich blinder Pressekorrespondent sein, um hierin einen fundamentalen Wandel in den politischen
Sitten zu sehen oder man muss die Anordnung erhalten haben mit dem Regime in dem Moment freundlich umzugehen, wo es um
wunderbare Verträge geht, die das Regime mit den westlichen Kapitalisten bereit ist, zu verhandeln.
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Was sicher ist, ist das die aktuelle Entmaoisierung von oben dekretiert worden ist, gewollt und entschieden von den Führern.
Sie ist keinesfalls, von Weitem oder von Nahem, das Werk der Volksmassen. Und wenn sie auf die Zustimmung einiger Schichten der
Bevölkerung stieß, war es eine einfache Folge der Entscheidung der Führung, sicher nicht die Ursache. Deng oder Hua Guofeng
haben sicher nicht die Absicht dieser oder jener Schicht der Bevölkerung das Wort zu erteilen und noch weniger die Absicht ihre
Politik den Wünschen jener anzupassen.
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Gab es einen Kampf um die Macht zwischen Hua Guofeng und Deng?
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Ist die Entmaoisierung also ein Ausdruck für einen Fraktionskampf, der sich heute innerhalb der Führung abspielt bzw.
insbesondere zwischen Deng Xiaoping und Hua Guofeng?
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Dass ein solcher Kampf in diesem Moment sich abspielt, ist möglich. Dass er in jedem Fall irgendwann stattfinden wird, das ist
sogar wahrscheinlich, angesichts eines chinesischen Regimes, dass kaum in der Lage ist lange Zeit an seiner Spitze mehrere
gleichrangige Köpfe zu haben.
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Andererseits ist es wahr, dass Deng mehr Gründe haben könnte als Hua Guofeng sich von seiner Erinnerung an Mao und seinem
Schatten zu befreien. Hua Guofeng hat den Posten von Mao selbst erhalten, ein wenig bevor Mao verschwand. Das ist sogar die
einzige Sicherheit durch Mao, der aus Hua Guofeng einen Premierminister und dann einen Parteipräsidenten gemacht hat, welcher
sonst keine vordergründige Rolle bis auf die letzten Jahre gespielt hat.
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Deng hingegen, der seit Jahrzehnten in der Führung der chinesischen Partei war, wurde zweimal von seinen Ämtern von Mao
desavouiert und abgesetzt. Das erste Mal während der Kulturrevolution, als er Generalsekretär der Partei war, hat er die
Ungnade kennen gelernt. Als er in den 60er Jahren wieder in den Vordergrund trat und damals den Posten des Vizepremierministers
an der Seite von Chou En-Lai einnahm, wurde er 1976 infolge der Aufstände, die dem Tod von Chou En-Lai folgten, erneut all
seiner Funktionen enthoben und fiel in Ungnade. Dies in dem Moment, als Mao Hua Guofeng als seinen Nachfolger bestimmte.
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Dass Deng unter diesen Bedingungen jedes Interesse hat, den Mythos von Mao zu zerstören, eingestehen zu lassen, dass jener
Fehler begangen hat und weit davon entfernt ist unfehlbar zu sein, lässt sich in der Tat erklären.
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Doch wenn die Entmaoisierung einzig dem Interesse Dengs entspricht, so bedeutet diese Tatsache, dass es nicht nur einen
Fraktionskampf heute gibt, wie man uns schildert, sondern dass dieser Kampf von Deng bereits gewonnen ist, dass er tatsächlich
bereits der Meister Chinas ist, um seine Ansichten durchzusetzen und die anderen zu zwingen und insbesondere Hua Guofeng
einzuknicken und eine Politik zu akzeptieren zu lassen, die ihren eigenen Interessen zuwiderläuft.
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Nun aber beweist nichts, dass wir uns an jenem Punkt innerhalb der chinesischen Führungsinstanzen befinden. Die gesamte
aktuelle Politik der Öffnung und Modernisierung wurde tatsächlich vergangenes Jahr von Hua Guofeng selbst definiert und
lanciert, als Deng gerade mal begann seinen Platz innerhalb der Führung wieder einzunehmen. Und dieser Tage noch hat Deng
vielmals vor ausländischen Pressekorrespondenten zugesichert, dass er den Präsidenten Hua Guofeng befürworte und
unterstütze. Wir wissen, dass diese Sorte von Zusicherungen sicher nichts für die Zukunft vorhersagen. Sie sind trotzdem der
Beweis, dass gegenwärtig die Situation sich nicht zugunsten von Deng geklärt hat und dass er sich überhaupt nicht im obersten
Chefposten durchgesetzt hat.
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Man muss also feststellen, dass die Entmaoisierung heute die Tat der einheitlichen Führung ist, von Hua Guofeng, der von Mao
protegiert, wie von Deng, der von Mao verfolgt wurde.
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Die Entmaoisierung – notwendig um einem neuen Mao Platz zu machen
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Und dies braucht nicht zu überraschen, denn selbst wenn dies einem Paradox ähnelt, so ist die Entmaoisierung in die Gesetze
des maoistischen Regimes selbst eingemeißelt.
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Indem er keine formale Regeln für das demokratische Funktionieren hat, übt der Staat, der die langfristigen Interessen der
Bourgeoisie repräsentiert, seine Diktatur ohne Kontrolle auf alle Klassen der Nation aus und endet unverändert dabei einen
Schiedsrichter an seiner Spitze auszuwählen, der selbst eine persönliche Diktatur auf den gesamten Staatsapparat ausübt.
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Dieser Schiedsrichter ist das Produkt der Geschichte und er setzt sich aufgrund der Krisen durch, die das Regime durch die
Eliminierung seiner Ebenbürtigen und Rivalen kennt. So wurde Mao durch Dutzende von Jahren des Kampfes und der Krisen an die
Spitze der Partei und des chinesischen Staates getragen.
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Er war real der oberste Schiedsrichter, der in letzter Instanz souverän entschied. Er konnte zu jedem neuen Problem, in jeder
neuen Situation antworten, 180° Wendungen mit eingeschlossen, wenn er dies wollte oder die Umstände ihm dies aufdrängten. Mao
konnte man nicht seine eigene Vergangenheit vorhalten, denn er war in Person anwesend, um zu definieren, was in jedem Moment
Maoismus und das Denken Mao Tse-tungs war.
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Der chinesische Staat befand sich immer vor demselben Problem. Es steht außer Frage, dass sich das Regime demokratisiert. Es
bleibt also die Notwendigkeit über kurz oder lang einen neuen Diktator auszuwählen. Doch dies – gerade aus Prinzip – kann
nicht durch eine demokratische Wahl im Innern der Führungsinstanzen geschehen, sondern allein während eines historischen
langen oder kurzen Prozesses.
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Doch dieser neue Diktator, wer er auch sein wird, sei es Hua Guofeng, Deng oder ein anderer, den man nicht erwartet, wird, um
seine Rolle wirklich zu spielen, der oberste Schiedsrichter. Und hierfür, für eine Autorität, darf es keine andere Autorität
geben, die man ihm gegenüber stellt, welche es auch sei, selbst die eines Toten, selbst nicht die des vorangegangenen
Verstorbenen, hier die von Mao. Mao zu seinen Lebzeiten konnte entscheiden und zu jedem Augenblick sagen, was der Maoismus war.
Mao tot bedeutet, dass es keine Maoismen mehr gibt, keinen Maoismus der Hundert Blumen, des Großen Sprungs nach vorn, der
Kulturrevolution, der vier Modernisierungen oder noch andere. Der tote Mao und seine Autorität sind eine Verkomplizierung und
nicht eine Vereinfachung für das Funktionieren des chinesischen Staates, wie sie es war, als er noch am Leben war.
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Man muss also die Autorität des toten Diktators liquidieren, um die Autorität des zukünftigen Diktators, der noch kommen
muss, zu schützen. Und selbst um es der aktuellen Führungsriege, während sie wartet, zu erlauben zu regieren, ohne dass der
aktuellen Politik eine Politik im Namen Maos entgegen gestellt wird.
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Dies führt zur Entmaoisierung. Genauso wie das geschah, als die UdSSR mit der Entstalinisierung mitgerissen wurde, die dieselbe
Art von politischem Regime kannte, selbst wenn dies auf einer anderen sozialen Basis und mit einem anderen historischen Ursprung
beruhte.
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Die Entmaoisierung ist nicht unbedingt die komplette Liquidierung der Erinnerungen an Mao. Es reicht, dass das Idol auf eine
menschliche Dimension zurück gesetzt wird. Es genügt, dass es gut eingehämmert wird, dass Mao seinerseits Fehler gehabt hat,
wenn möglich übrigens ohne exakt zu präzisieren, welches seine Fehler waren und somit auch ohne zu präzisieren, welches
seine Errungenschaften und seine Verdienste waren. Denn dies genügt, damit er nicht mehr als Referenz und als Modell benutzt
werden kann und infolgedessen kann kein Teil seiner Schriften oder seines Werks den Entscheidungen und der Politik der Führer
oder des Führers entgegen gehalten werden.
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Dieser Aufräumarbeit widmet sich die heutige Riege. Daran arbeitet sie – nicht allein für sich selbst in dem jetzigen
Augenblick, sondern auch für die Zukunft, für jenen, der sich eines Tages auf den Platz Maos schwingen wird – sei es, dass
er aus dem Inneren der aktuellen Führung oder selbst von außerhalb komme.
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Dass es sich nicht um den Beginn einer Demokratisierung handelt, wird durch die Tatsache attestiert, dass, wenn man auch im
Augenblick diesen oder jenen alten Marschall rehabilitiert – übrigens seit Jahren tot -, der ein Opfer Maos gewesen ist, so
verfolgt man, schließt aus und verurteilt im selben Moment Oppositionelle, die man beschuldigt Anhänger der „Viererbande“
zu sein, ohne dass es für sie noch eine Möglichkeit gäbe sich öffentlich zu verteidigen, was es für wahre oder
verdächtigte Gegner des lebenden Mao gegeben hat.
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Dass es sich hier nicht um den Beginn einer Demokratisierung handelt wird attestiert durch die Tatsache, dass jene einige
Hundert Trotzkisten, die noch am Leben sind und im Dezember 1952 verhaftet wurden, weiterhin in den maoistischen Kerkern
dahinvegetieren, einschließlich der alten Aktivisten wie Zheng Chaolin, von dem man nur weiß, dass er noch 1974 im Gefängnis
von Schanghai am Leben war und der mit Chou En-Lai und Deng Xiaoping als Studenten in Paris zu den Mitbegründern der KPCh
gehörte.
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Die Entmaoisierung ist also kein Beginn eines Demokratisierungsprozesses des chinesischen politischen Lebens. Sie ist nicht mal
der Beginn eines Prozesses für einen Bruch mit der maoistischen Politik im weitesten Sinne, d.h. einer nationalistischen
Politik der unnachgiebigen Verteidigung der Interessen des chinesischen Staates. Sie ist tatsächlich nur der Beginn des
Prozesses einen neuen Mao in den Sattel zu heben.
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