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Ins Deutsche übersetzte Texte
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Die kapitalistische Weltwirtschaft im Jahre 2005
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Dezember 2005
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Die kapitalistische Weltwirtschaft im Jahre 2005 (aus Lutte de Classe - Klassenkampf - von Dezember 2005)
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Das Jahr 2004 wird fast einstimmig wie ein Jahr von „außergewöhnlichen Leistungen“ für die Weltwirtschaft dargestellt,
mit einer Wachstumsrate von über 5 %, der höchsten seit 1976. Und die Statistiken schreiben Kolonnen von Zahlen einander: ein
Wachstum von 4,4 % in den USA anstatt 3 % im Jahre 2003; mehr als 5 % in Lateinamerika und in Ostasien und sogar in Afrika (die
von Hunger abgemagerten Kinder Nigers oder Malawis würden es schätzen, wenn sie imstande wären, es zu tun). Nur für
Westeuropa gibt es einige Erniedrigungszeichen, vor allem wenn man mit den USA vergleicht. Es hat dennoch Anspruch auf einem
Wachstum von 2 % für 2004, jedoch mit einer Tendenz zur Verlangsamung für 2005.
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Diese Statistiken beweisen vor allem, dass die Bourgeoisie und ihre Wortführer, bis zu ihren Statistiken und ihrem Wortschatz,
sich an eine Situation angepasst haben, wo die Steigerung der wirklichen Produktion schwach, ja sogar wesenlos ist, wo die
produktiven Investitionen, über die periodischen Schwankungen hinaus, auf einem niedrigen Niveau bleiben, wo Fabriken
schließen, wo die Anzahl der Arbeitslosen dramatisch hoch bleibt und wo hinter dem Begriff von Wachstum selbst vor allem
denjenigen der Gewinne der Unternehmen steckt, sowie die Zunahme der Einkommen und des Verbrauches des Bürgertums im weiteren
Sinne.
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Die Expansion- und Rückgangsphasen, die nacheinander folgen, die konjunkturellen Zyklen ereignen sich auf dem Boden einer
Wirtschaft, der es nicht gelingt, aus der langen am Wendepunkt der sechziger und siebziger Jahre begonnenen Periode von
Konjunkturtief auszugehen.
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Indem wir die Charakterzüge - und der wichtigste war die Finanziarisierung der Weltwirtschaft - anschnitten, die die Krise der
kapitalistischen Wirtschaft während ihrer Dauer von etwa dreißig Jahren verschärft hat, haben wir im Parteitagstext vom
letzten Jahr folgendes erinnert: „...Die gesteigerte Rolle des Finanzwesens war zuerst eine Wirkung der Krise: Das in den
produktiven Investitionen unbenutzte Kapital wurde auf gewinnbringende Anlagen übertragen (je nach der Periode: Kauf von
Schatzanweisungen der imperialistischen Länder und zuerst derjenigen der USA; Anleihen an Staaten armer Länder; Kauf von
Obligationen und Aktionen; Währungsspekulation; Finanzierung der Operationen von Fusionen/Übernahmen großer Unternehmen,
usw.). Sie ist jetzt einer ihrer Gründe geworden. Das festgelegte Funktionieren bevorzugt den kurzfristigen Finanzgewinn im
Vergleich zu langfristigen produktiven Investitionen.
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Eigentlich läuft es genau so, als beeinträchtige man die regulierende Rolle der Produktionskrise, indem man sie daran
hindert, bis ans Ende ihrer Logik zu gehen. Denn es soll erinnert werden, dass die Krisen keine Begleiterscheinungen der
kapitalistischen Wirtschaft, keine zufälligen Nebenprodukte sind. Sie bilden wesentliche Phasen der kapitalistischen
Reproduktion. Genau durch die Krisen stellt die Marktwirtschaft, die durch die blinde, anarchische Konkurrenz in Bewegung
angetrieben wird, die Gleichgewichte zwischen der Produktion und dem zahlungskräftigen Verbrauch wieder her, zwischen
unterschiedlichen Sektoren der Wirtschaft, besonders derjenigen der Produktionsmittel und derjenigen der Konsumgüter, sowie
zwischen den unterschiedlichen wirtschaftlichen Funktionen. Eben die Krisen, indem sie einen Teil des produktiven Kapitals
zerstören und einen Teil der kapitalistischen Klasse selbst ruinieren, räumen gründlich auf und schaffen die Bedingungen für
die Wiederaufnahme der produktiven Investitionen“ (...)
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Dagegen (sind) „die von den Finanzkonzernen, wie Rentenfonds, Investitionsfonds, Versicherungsgesellschaften und
Spekulationsfonds getätigten ‚Investitionen’ reine Finanzanlagen. (...) Das Geld ist nicht (...) in der produktiven
Investition investiert (...) um festangelegt zu werden. Es ist vorgesehen, um einen kurzfristigen Finanzgewinn mitzubringen.
(...)
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Die ständige Zunahme des Anteils dieses Finanzierungstyps am Kapital von Industrieunternehmen schlägt sich in ihrer
Geschäftsführung wider. Die Suche nach dem Maximum an kurzfristigem Gewinn steht den Investitionen in längerer Fälligkeit,
der Kapitalfestlegung im Bau einer neuen Fabrik, dem Kauf neuer Maschinen, usw. im Wege. So spielt das am meisten konzentrierte
Kapital, dasjenige, das die mächtigsten Produktionsmittel der Gesellschaft bestimmt, immer weniger die Rolle, die die seinige
in der Organisation der Produktion auf der kapitalistischen Basis sein soll“ (...)
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Das so genannte Wachstumsjahr 2004 hat die Haupttendenzen der wirtschaftlichen Entwicklung nicht umgekehrt, nicht mehr als die
vorigen Wachstumsphasen - und es gaben viele, die jedes Mal mit einer mehr oder weniger ernsten Krise, einem Börsenkrach, einer
Währungskrise, einer Sektorenkrise endeten. Viele Elemente, die bei der gegenwärtigen Euphorie mitwirken, die
Immobilienspekulation, der Aufschwung der Börse, das rasante Ansteigen der Gewinne selbst, betonen noch das Übergewicht des
Finanzwesens und die erratischen Bewegungen des Geldes auf der Suche nach Anlagen verbergen neue Drohungen des Zusammenbruchs.
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Seit 2003 wachsen die Gewinne der Großunternehmen schnell, noch einmal mit Rekorden in der ersten Hälfte 2005. In erster Linie
erlaubt das, den Aktieninhabern üppige Dividenden zu verteilen, was die Basis der Bereicherung des Bürgertums ist. Wenn ein
kleiner Teil von diesen hohen Gewinnen sich in den Bau neuer Fabriken, Montagebänder, usw. verwandelt hat, geschah das
hauptsächlich mit dem Ziel sich von einigen neuen Konsummärkten zu nähern, die in den osteuropäischen Ländern oder in China
geöffnet wurden. In den entwickelten Industrieländern gibt es praktisch nur Erneuerungsinvestitionen (um das veraltet
gewordene Material zu ersetzen oder um neue Montagebänder im Zusammenhang mit der neuen Auslastung zu ändern, um neue Modelle
auf dem Markt kommen zu lassen, usw.). Der Großteil dessen, was die Statistiken wie Investitionen verbuchen, besteht aus
einfachen Rückkäufen konkurrierender Unternehmen, mit ihren schon bestehenden Fabriken, ihren Patenten, ihren
Forschungslaboratorien und vor allem ihren Marktanteilen. Von der Börsenkrise von 2001-2002 vorübergehend verlangsamt, erlebt
die so genannte „Fusionen/Übernahmen“-Bewegung einen neuen Aufschwung im Börsenmarkt wieder (20 %-Zuwachs an der Pariser
Börse seit dem Anfang des Jahres 2005). Für ein Unternehmen besteht eine andere modische Benutzung der hohen Gewinne darin,
ihre eigenen Aktien für teures Geld rückzukaufen und so das Vermögen der Aktieninhaber an der Börse aufzuwerten. Das
„Wachstum“ bleibt dasjenige des Finanzwesens und nicht der produktiven Investition.
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Die Expansionsphase der Weltwirtschaft würde, so wird uns gesagt, von den als gegenseitig ergänzend dargestellten
Expansionsphasen der USA und Chinas vorwärts gezogen.
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Das so genannte amerikanische Wachstum beruht auf dem Preisanstieg der Immobilie und auf demjenigen des Verbrauches. Beide sind
übrigens eng verbunden: Das rasante, größtenteils spekulative Ansteigen der Immobilie wertet das Grundeigentum auf, und
dieses bedient seinerseits wie Hypothekenbürgschaft bei den Banken, die großzügig Verbraucherkredite gewähren, von denen die
ärmsten Schichten der einfachen Bevölkerung, die Arbeitslosen, usw., ferngehalten werden. Die Statistiken über die Zunahme
des amerikanischen Konsums sind so, dass sie die folgende Tatsache verbergen: Allein die durch die Steuerpolitik bevorzugten
hohen Einkommen zunehmen, während die Kaufkraft eines großen Teiles der Lohnabhängigen sinkt und der Betrag der Sozialhilfe
scharf reduziert wird. Die sozialen Ungleichheiten erreichen einen beispiellosen Umfang.
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Es ist jedoch bedeutungsvoll, dass sogar in den USA, der Lokomotive der Weltwirtschaft, wenn der Binnenkonsum seit 2000 von 35 %
zugenommen hat, mit einer deutlichen Beschleunigung im Jahre 2004, die gesamte industrielle Produktion nur um 5 % (dem Volumen
nach) seit 1997 zugenommen hat, und nicht mehr seit 2000 (die Zahlen kommen vom „Bureau of Economic Analysis“, dem vom
Handelsministerium der USA abhängigen Statistischen Amtes).
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Es ist anzunehmen, dass selbst die amerikanische kapitalistische Klasse sich nicht von der gegenwärtigen Konsumeuphorie
täuschen lässt, die auf den Kredit und also auf die Verschuldung der Privatpersonen gestützt wird. Sie sieht darin keine für
die Zukunft genug vielversprechende Verbreitung des Marktes, um massenhaft zu investieren und den Produktionsapparat zu
verstärken.
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Amerikanische Multis haben in diesem Jahr eines 2004 heimlich angenommenen Änderungsantrags genutzt, der ihnen erlaubt, im
Falle des Zurückbringens von woanders in der Welt erwirtschaften Gewinnen, eine Steuer von nur 5,25 % anstatt theoretisch 35 %
zu bezahlen. Im Jahresablauf werden diese amerikanischen Großunternehmen die phantastische Summe von 350 Milliarden Dollar
zurückgebracht haben. Der Änderungsantrag wurde angenommen, um innerhalb der USA selbst „die Investitionen zu
unterstützen“ und um Arbeitsstellen zu schaffen. Aber wie es die Tageszeitung Le Monde ganz genau bemerkt, wird diese Summe
fast exklusiv dazu bedienen, „die Welle von Fusionen und Übernahmen in Wall Street zu ernähren.“
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Die einzigen Investitionen, die wieder angeregt werden, wenden sich zum Sektor der so genannten „neuen Technologien“, die
aus dem auf den Zusammenbruch von 2001 folgenden Einbruch gekommen sind. Diese Ausrüstungen in Computern, in Softwareprogrammen
oder im Fernmeldewesen erklären, warum die Investitionen seit 2003, nach einem wichtigen Rückgang in den Vorjahren, in den
Statistiken noch einmal wachsen.
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Die Gesamtzunahme der Binnennachfrage wäre durch die Einfuhren befriedigt gewesen (laut des CEPII, Zentrums für
Prospektivstudien und internationale Informationen). Also zieht die sehr starke Anfrage des riesengroßen amerikanischen Marktes
nämlich die Gesamtweltwirtschaft vorwärts.
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Aber die Tatsache, dass das Wachstum des amerikanischen Privatkonsums durch Einfuhren befriedigt wird, spiegelt sich im
ebenfalls zunehmenden Handelsdefizit der USA, welches von 150 Milliarden Dollar 1997 zu 700 Milliarden 2004 gestiegen ist. Diese
Lücke wird von Geldanlagen abgedeckt, die aus Handelsüberschüssen, besonders aus Ländern wie China, Taiwan oder Südkorea
kommen. Trotz der gegenwärtigen Schwächung des Dollars bleibt nämlich die amerikanische Wirtschaft die mächtigste in der
Welt, die einzige die den Bourgeoisien der unterschiedlichen Länder Vertrauen einflößt. Alles geschieht, als ob diese unter-
oder halbentwickelte Länder die auf Kosten ihrer arbeitenden Klassen erwirtschaften Zwangsersparnisse benutzten, um den
Verbrauch der wohlhabenden Klassen des reichsten Landes zu finanzieren. Das ist einer der Ausdrücke der Entwicklung der
Weltwirtschaft in eine Rentierwirtschaft zugunsten der Klein- und Großbourgeoisie der imperialistischen Mächte der Welt, und
der ersten unter ihnen, der USA.
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Weil sie, dank der Rolle des Dollars, des wichtigsten Reserve- und Tauschmittels in der Weltwirtschaft, über den Vorzug
verfügen, die Abwertung ihrer Währung in der ganzen Welt teilen zu lassen, verschulden sich die USA fort. Die amerikanische
Wirtschaft funktioniert auf einem Berg von Schulden: diejenige des Staats selbst, diejenigen ihrer Großunternehmen, diejenigen
der Privatpersonen. Das unablässige Wachstum dieser Verschuldung spielt im Weltmaßstab eine Hauptrolle im Wachstum der
Geldmengen, die nicht investiert werden und dadurch die Finanziarisierung der Wirtschaft und der häufig auftretenden Drohung
der Zusammenbrüche verschlimmern.
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Seinerseits ist China von nun an wie der zweite Entwicklungspol der Weltwirtschaft dargestellt und sogar wie eine zukünftige
Rivalin der USA. Nach einer langen Periode fast völliger Autarkie nimmt der chinesische Außenhandel seit einem
Vierteljahrhundert im 15 %-Rhythmus pro Jahr zu. Sein Anteil im internationalen Warenaustausch ist während derselben Periode
von weniger als 1 % nach 5 % übergegangen. Das Gewicht des internationalen Austausches in der chinesischen Wirtschaft wäre
heute zwei Mal so wichtig wie in den brasilianischen oder indischen und vergleichbar mit demjenigen der mexikanischen
Wirtschaft.
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Chinas Führern ist es gelungen, das Land in den Kreislauf der kapitalistischen Weltwirtschaft wieder zu integrieren. Indem er
das kommunistische Aushängeschild des Regimes behielt, im Gegensatz dazu, was es in der ehemaligen Sowjetunion geschah, hat der
chinesischen Staat Erfolg, da wo der russische Staat teilweise gescheitert ist: Er leitete mit einer Eisenhand einen
wirtschaftlichen Übergang, der dazu geführt hat, dass heute mehr als die Hälfte des chinesischen BIP das Werk von
Privatbetrieben wäre.
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Während circa dreißig Jahre, zwischen 1950 und dem Anfang der oben erwähnter „Strategie der Öffnung“ 1979, hat der
chinesische Staat die Perspektive einer gewissen bürgerlichen Entwicklung dank dem Bruch mit der früheren untergeordneten
Stellung gegenüber den imperialistischen Mächten infolge der Machtergreifung durch Mao geschützt. Die protektionistischen
Schranken, mit denen das Regime das Land eingekreist hat, die die Wirkungen der vom amerikanischen Imperialismus durchgesetzten
Blockade ergänzt haben, der Etatismus, das Monopol im Außenhandel haben China von der Weltwirtschaft und der Vorteile der
internationalen Arbeitsteilung getrennt. Aber sie haben es ebenfalls vor dem Überfall der Unternehmensgruppen der
imperialistischen Länder und vor ihren direkten Abzügen geschützt. Sie haben ihm erlaubt, mittels der Staatsmacht, die Mittel
zu zentralisieren, die für einige großen Infrastrukturarbeiten und für die Ausdehnung der Schwerindustrie notwendig sind.
Außer einigen kurzen Perioden ist China, während dieser dreißig Jahre und dank der Staatszentralisierung, eines der Länder
gewesen, wo die Investitionen in konstantes Kapital am höchsten waren. Sie fand auf Kosten des Verbrauches der arbeitenden
Klassen in Stadt und Land statt.
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Wenn eine privilegierte Schicht immer bestand, geschah jedoch die wirtschaftliche Entwicklung in einem gewissen Egalitarismus
für die unteren Volksschichten, die, indem sie ein äußerst niedriges Lebensniveau hatten, jedoch mit einigem Schutz des
Staats auf den Gebieten der Gesundheit, des Ruhestandes, usw. zählen konnten. Eben dieser Egalitarismus ist gerade dabei,
vollständig zerstört zu werden.
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Unter Zugrundelegung dieser früheren Akkumulation hat China die gegenwärtige Entwicklung begonnen, die zur außergewöhnlich
schnellen Bereicherung der chinesischen Bourgeoisie geführt hat. Diese Bereicherung wurde spektakulär mit der Erscheinung
einiger Milliardäre mit Vermögen, die mit denjenigen ihrer Gleichartigen in vielen anderen halbentwickelten Ländern der Welt
(Brasilien, Mexiko, usw.) vergleichbar sind. Aber auch mit dem Auftauchen eines erweiterten Mittelbürgertums, das eine Unzahl
von in der ländlichen Undendlichkeit des Landes verstreuten Kleinunternehmen schafft oder sich aneignet, und das, laut der
einigen Informationen, die uns erreichen, mit der Unterstützung des örtlichen Staatsapparates einen unbarmherzigen
Klassenkrieg gegen die ländliche Bevölkerung führt. Sowenig sie verhältnismäßig im Vergleich zur Gesamtheit einer
Bevölkerung von einer Milliarde drei hundert Millionen Bewohner auch zahlreich ist, ist diese privilegierte Klasse mit ihren
den Westen nachäffenden Verbrauchsgewohnheiten zu dreißig und vielleicht fünfzig Millionen Personen geschätzt, stellt jedoch
im absoluten Wert einen wichtigen Markt dar. Die Bereicherung dieser privilegierten Minderheit ruht auf der Ausbeutung der
Arbeiterklasse und auf dem riesengroßen Elend des Landes. Beide sind verbunden, wie es der Fall in der kapitalistischen
Wirtschaft ist: Der Druck wichtiger Massen, die aus dem Land zum Überleben fliehen, bietet der chinesischen Bourgeoisie und
noch mehr den an der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beteiligten imperialistischen Gruppen eine der billigsten
Arbeitskraft der Welt.
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Die Zerschlagung der vorhergehenden sozialen Netze feststellend, die der fast völligen Stadtbevölkerung eine
Krankenversicherung und eine Pension versicherte, geben die internationalen Institutionen der Bourgeoisie, bis zur Weltbank, dem
chinesischen Staat Ratschläge, damit er gewissermaßen eine soziale, sogar sanitäre, katastrophale Situation voller
Explosionsgefahren wirklich beseitige (diese Situation wird auf den „kommunistischen“ Charakter des Regimes
zurückgeführt). Diese Verwarnung ist jedoch umso heuchlerisch, als eine arme Großmacht wie Indien, das den Schoß des
Imperialismus niemals verlassen hat, wirklich kein Modell für den Schutz der armen Klassen.
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Das ist tatsächlich ein Betrug, wie einzelne es machen, von der „Partnerschaft“ USA/China, die die treibende Kraft der
Weltwirtschaft wäre, zu sprechen. Und behaupten, dass das Wachstum der chinesischen Wirtschaft eine Drohung für die
entwickelten imperialistischen Länder, besonders für die USA, darstellte, ist ebenfalls ein Betrug. Die Wirtschaftsbeziehungen
zwischen den USA und China sind keine egalitäre Beziehungen, sondern Beziehungen zwischen einem imperialistischen und einem
unterentwickelten Land. Die so genannten chinesischen Exporte, die für die Industrien der entwickelten Länder so bedrohlich
wären, sind zu drei Vierteln die Tatsache ausländischer in China angesiedelter Unternehmen oder von Betrieben, die direkte
Partner von chinesischen Unternehmen in einem Gemeinschaftsunternehmen sind. 2004 platzierte sich China als zweites Land für
den Empfang von Flüssen ausländischen Kapitals und sogar in den fünf ersten Plätzen wenn man den Gesamtbetrag des Bestandes
dieses Kapitals betrachtet. Der Anteil dieses Kapitals, der nicht einfach angelegt ist sondern in der Schaffung neuer
Unternehmen investiert wird, die hauptsächlich aus Japan, aus Taiwan oder aus der Diaspora des chinesischen Bürgertums in
Südostasien kommt, beherrscht bei weitem die modernsten Sektoren der chinesischen Industrie (Elektronik, Küchentechnik,
Zusammenstellung) und ihren Export.
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Der größte Teil des chinesischen Außenhandels, die Einfuhr genauso wie die Ausfuhr, geschieht mit den industriellsten
Ländern Ostasiens. Ein guter Teil von diesem Austausch sind Bewegungen innerhalb derselben Unternehmensgruppen, für die China
nur ein Montageort ist, eine Etappe in einem Produktionsprozess, dessen Beherrschung und Gewinne sich außerhalb Chinas finden,
und der nur teilweise für den chinesischen Markt bestimmt ist.
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Indem es seine Handelsware dank den extrem niedrigen Löhnen seiner Arbeitenden sehr billig austauscht, tauscht China viel
menschliche Arbeit gegen weniger menschliche Arbeit, für den größten Gewinn des ausländischen Großkapitals aus. Das ist
genau der Mechanismus des Prozesses der Unterentwicklung. Die Hauptnutznießer der Ausbeutung der chinesischen Arbeiter sind
einerseits diese ausländischen Großunternehmen, von denen die chinesische Montageindustrie abhängt. In den USA und in Europa,
dessen Einfuhren vor allem aus traditionellen Sektoren der chinesischen Wirtschaft (Textilien, Bekleidung, Schuhe, usw.)
herkommen, ist die Ausbeutung der chinesischen Arbeiter andererseits den Giganten des Warenvertriebs von Nutzen: den
amerikanischen SB-Warenhäuser-Ketten, mit vor allem Wal-Mart, einem der mächtigsten amerikanischen Unternehmen mit einem
Umsatz, der dem BIP von Griechenland oder von Finnland überlegt, oder Carrefour in Frankreich, dem ersten Vertriebsunternehmen
in Europa. Diese Konzerne, die sich in China versorgen, nützen die dortigen niedrigen Löhne nicht aus, um die Preise für die
Verbraucher in Amerika oder in Europa zu sinken, sondern um ihre Gewinnspannen zu erhöhen.
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Außerdem ist der Austausch innerhalb des „Paars“ USA/China nur teilweise ein Austausch, weil die USA ihre Einfuhren aus
China mit in den USA teilweise von China selbst eingezahlten Dollar bezahlen. Es handelt sich um eine Übertragung von Valuta
von einem großen unterentwickelten Land zur wichtigsten imperialistischen Macht. Wenn es, in der Vergangenheit und im Gegensatz
zu den Bestätigungen der maoistischen Leiter, keine Rettung für China in einer in fast völligen Autarkie funktionierenden
Wirtschaft gab, ist die seit circa 20 Jahre eingeführte Öffnung zum kapitalistischen Weltmarkt gerade dabei den um die
chinesischen arbeitenden Klassen Schlingen zu weben und fest zu ziehen. Was nebenbei gesagt „unsere“ hiesigen Kapitalisten
nicht hindert, an die Drohung der chinesischen Handelswaren zu erinnern, um hier die Löhne zu reduzieren und die Arbeitenden zu
entlassen.
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Über die Unternehmen mit ausländischem Kapital sind Unternehmen mit chinesischem Kapital fähig, für gewisse Produkte, mit
den Westhandelswaren auf dem internationalen Markt zu konkurrieren. Oder sie werden fähig es zu tun. Die Drohung, Quoten wieder
herzustellen, die von den USA oder von der Europäischen Union dargestellt und mehr oder weniger verwirklich wird, hat gezeigt,
dass die großen imperialistischen Länder auf diesem Gebiet zurückfallen und China mit ihnen nicht konkurrieren lassen
können, jedenfalls auf ihren eigenen Märkten. Das wichtigste Hindernis gegenüber protektionistischen Maßnahmen der großen
imperialistischen Länder liegt gegenwärtig in der Tatsache, dass China selbst einen Markt, und obendrein im Wachstum,
darstellt. Die westeuropäischen oder amerikanischen kapitalistischen Gruppen nehmen die chinesische Konkurrenz für die
T-Shirts, andere Produkte wie Textilien oder Schuhe umso leichter an, als sie auf dem chinesischen Markt Flugzeuge,
Hochgeschwindigkeitszüge, usw. exportieren können.
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Der Konsum auf Kredit der Groß- und Kleinbourgeoisie und die Sarabande der Vermögensanlagen anstatt produktiver Investitionen
nähren das gegenwärtige so genannte wirtschaftliche Wachstum. Aber der ständige Rückgang des Anteils der Arbeiterklasse im
Nationaleinkommen drückt sich in einem Rückgang ihres Konsums aus. Indem sie die Konsumfähigkeit der ausgebeuteten Klassen
sinkt, schließt die kapitalistische Klasse selbst die Möglichkeit, aus der Krise auszugehen. Um das Konsumdefizit der
Lohnabhängigen auszugleichen, wird der Verbrauch der Wohlhabenden künstlich mit Steuergeschenken und Konsumkrediten erhöht.
Aber das trägt wiederum zur Verstärkung des Finanziarisierung der Wirtschaft bei.
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Der Aufschwung der Preise des Erdöls seit einem Jahr ist ein Ausdruck der gegenwärtigen Phase der Krise der kapitalistischen
Wirtschaft. Im Gegensatz zu den Lügen, die hausieren, um die öffentliche Weltmeinung zu formatieren, ist diese Krise, ebenso
wenig wie die zwei vorigen Erdölkrisen, ein natürliches Phänomen, ein Ausdruck des beschränkten Charakters der Erdölmittel.
Grundlegend ist sie der Tatsache zu verdanken, dass die großen Erdölkonzerne seit Jahren in die Erkundung und die Gewinnung
neuer Erdölvorkommen wenig oder nicht investieren (der Betrag der Investitionen von Total - dennoch Meister aller Klassen für
den Gewinn in Frankreich ist dieses Jahr von den Spezialisten zur Mitte dessen, was er sein sollte, geschätzt. Idem für die
Erdölkonzerne der USA, die seit 29 Jahren keine neue Raffinerie gebaut haben, weil sie keine ausreichende Rentabilität in
Augen der „Erdöl-Majors“ bringen.
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Die Erdölkonzerne haben es lieber, mehr Gewinne auf einer stagnierenden sogar sinkenden Produktion zu erzielen, und ihre
Monopollage auszunützen, die ihnen erlaubt, die Erdölversorgung der Welt zu kontrollieren.
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Die Neuheit und ein erschwerender Faktor der gegenwärtigen Erdöl-Krise im Vergleich zu erstem „Ölschock“ von 1973 liegt
darin, dass während den dreißig Jahren danach die Finanziarisierung der Weltwirtschaft sich verschlechtert hat und dass
wichtige Mengen an Liquiditäten zunehmend versuchen, auf vorteilhafte Weise angelegt zu werden. Indem sie die Finanzanlagen
anzieht, gibt ihrerseits die von den Erdölkonzernen gewollte Aufwärtsbewegung Nahrung der Preissteigerung. Dasselbe gilt auch
für das Erdöl, wie in anderen oder in denselben Momenten für die Immobilien- oder Börsenspekulation, der Spekulation auf
andere Rohstoffe.
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Der erste Ölschock wurde damals durch die so genannte Bewegung des Recyclings der Petrodollar, ein Verschlimmerungsfaktor der
Währungskrise und eine der wesentlichen Phasen des Finanziarisierung der Wirtschaft. Die gegenwärtigen phantastischen Gewinne
der Erdölkonzerne drohen, gleichartige Folgen zu haben. Es kann sein, dass sie teilweise in neuen Investitionen benutzt
werden, die Lagerungen schlechterer Qualität rentabel oder teurer auszunutzen, sogar andere Energiequellen. Aber nichts
garantiert, dass die Erdölkonzerne, sogar an der Spitze beachtenswerter Geldmengen, ihre auf dem Gebiet der Produktion
malthusianische Haltung nicht fortsetzen und dass ihr verstärke Kapital vor allem die Finanzkreisläufe der Weltwirtschaft
nicht weiter aufbläst.
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Diese Bewegung von Rückkäufen oder Kontrolleinnahmen ereignet sich für den Großteil zwischen großen kapitalistischen
Gruppen der USA und der europäischen imperialistischen Länder. Die Fusionen und Übernahmen, die entweder in den USA oder in
der Europäischen Union nicht geschehen, sind überozeanische Operationen, das heißt amerikanisches Kapital, das in Europa
angelegt wird, und europäisches Kapital, das in den USA angelegt wird. Der Anteil der ausländischen Aktieninhaber unter den
Unternehmen des CAC 40 (französischer Dax) - die durch ihre Börsenkapitalisierung 40 ersten Unternehmen in Frankreich -,
welches 10 % im Jahre 1985 betrug, erreichte 2003 etwa 44 % (die einzigen amerikanischen und britischen Pensionsfonds besitzen
mehr als 25 %).
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Hingegen stammen etwa drei Viertel der ausländischen Investitionen in den USA aus Europa. Eine zunehmende Verflechtung der
Kapitalien der großen Industrie- und Finanzgruppen auf beiden Seiten des atlantischen Ozeans ergibt sich daraus.
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Außer zehn arme Länder - China, Südkorea, Malaysia, Mexiko, Brasilien, usw. -, die produktive Investitionen anziehen, wird
die große Mehrheit der unterentwickelten Länder in den Kreislauf des Kapitals nur mit Hilfe der Verschuldung integriert.
Bezüglich der ärmsten, derjenigen, für die man den Ausdruck „die am wenigsten entwickelten Länder“ erfunden hat, sind
sie in den Hintergrund vollständig gedrängt, und ihr Anteil am Weltaustausch ist unbedeutend geworden. Die kapitalistische
Wirtschaft verurteilt einen zunehmenden Teil der Menschheit zum langsamen Tod.
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Folgendes ist für die Beziehungen zwischen den imperialistischen und den nicht imperialistischen Ländern charakteristisch:
Wenn wichtige Summen, die nicht nur aus China aber auch aus Brasilien, aus Indien, aus Mexiko, aus Südkorea oder Taiwan kommen,
in den USA investiert werden und diesen Letzten erlauben, ihre Zahlungsbilanz im Gleichgewicht trotz ihres Handelsdefizits
aufrechtzuerhalten, ist ebenso die Bewegung der Kapitalien nicht gleichartig und hat nicht dieselbe Bedeutung in beide
Richtungen.
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Während das Geld der großen armen Länder, die Überschüsse haben, in den USA in Form von Schatzanweisungen, von Obligationen
von Privatbetrieben oder einfacher in Form von Bankeinlagen eingezahlt wird, wird das amerikanische Kapital in Form von
Beteiligungen in Unternehmen angelegt. Mit anderen Worten gibt das von den armen Ländern nach den USA abgestellte Kapital ihnen
keine Einnahme, um die amerikanische Wirtschaft zu kontrollieren; das von den amerikanischen Konzernen anlegte Kapital hat die
Unternehmen unter ihrer Kontrolle und kann sie ruinieren.
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Welche die einfache oder erschwerte Weise auch immer ist, wie manche oder solche Kategorie der Bourgeoisie zu den „Früchten
des Wachstums“ gelangt, handelt es sich immer in letzter Instanz um den aus der Arbeiterklasse herausgenommenen Mehrwert. Die
Integrierung neuer Scharen von Proletariern - diejenigen von China und von einigen großen armen so gesagten Schwellenländern -
in den Weltwirtschaftskreisläufen besteht nur eines der Mittel darin, den verfügbaren Mehrwert für die Weltbourgeoisie zu
erhöhen. Die Großbourgeoisie, die kapitalistischen Gruppen haben heute so wenig wie gestern kein Vertrauen in eine Belebung
und in eine andauernde Erweiterung des Weltmarktes, die fähig wären, ihnen mehr Gewinn von der Produktionssteigerung zu
verschaffen. Den absoluten und relativen Mehrwert zu erhöhen ist das einzige Mittel in diesem Zusammenhang, den gesamten
Mehrwert zu erhöhen. Das bedeutet das Sinken der Kosten der Arbeitskraft, die Zunahme der Arbeitsdauer und -Intensität.
Überall sinken die Unternehmer die Löhne, sie ersetzen Festverträge durch prekäre und verlängern die Arbeitszeit. Die
Regierungen bemühen sich ihrerseits, um die Lohnnebenkosten zu sinken. Daher die Angriffe gegen die Pensionen, gegen die
Krankenversicherung, usw. Wenn der von der Bourgeoisie und ihrem Staaten geführte Klassenkrieg sich in allen Ländern der Welt
verschlechtert und wenn alle Regierungen in dieselbe Richtung handeln, ist es deswegen, dass sie aus einer tiefen Forderung der
kapitalistischen Wirtschaft herkommt.
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Es sind fast zwanzig Jahre her, dass die Hindernisse zusammengebrochen oder abgerissen werden, die, in der vorhergehenden
Periode, gewissermaßen die freie Durchdringung des Kapitals überall in der Welt beschränkt hatten. Der Zusammenbruch der
Sowjetunion hat ihnen die Türen der Nachfolgenstaaten geöffnet. Die ehemaligen „Volksdemokratien“ haben den
kapitalistischen Weltmarkt vollständig wieder integriert, sowie China es tut. Diejenigen unter den armen Ländern, die in der
Vergangenheit versucht hatten, einen gewissen Etatismus der Inbesitznahme der imperialistischen Gruppen gegenüberzustellen,
haben, jeder nach dem anderen, diese Hindernisse gehoben.
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Noch zweifellos Wichtigeres: Die Schwächung der Arbeiterbewegung hat dem Großkapital überall viel Raum gelassen,
einschließlich in den großen Industrieländern.
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Aber die neuen Tätigkeitsbereiche, die sich vor den großen Industrie- und Finanzgruppen geöffnet haben, haben keine neue
Aufschwungsperiode vor dem Kapitalismus geöffnet. Die Herrschaft des Finanzkapitals über die kapitalistische Wirtschaft
verschlimmert nur den parasitären Charakter des wucherischen Kapitals. Die Ungleichheiten hören nicht auf, zwischen den
arbeitenden Klassen und der Bourgeoisie, zwischen einigen großen Vermögen und einer Mehrheit der Bevölkerung des Planeten,
zwischen den reichen Ländern und den armen Ländern zuzunehmen.
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Selbst Produkt der kapitalistischen Entwicklung, innerhalb der gegenwärtigen sozialen Ordnung handelnd, blieb die
Arbeiterbewegung gegen den Druck der Gesellschaft, so wie sie ist, niemals geschützt. Die Entwicklung des Imperialismus am Ende
des XIX. Jahrhunderts hatte zu Folge die reformistische Entartung der Arbeiterbewegung. Die Niederlagen der ersten großen Welle
von Arbeitsrevolutionen 1917-1919, die die Sowjetunion isoliert zurückließen, und die zehn Jahre danach wurden von der großen
Wirtschaftskrise, dem Aufstieg der reaktionären Regime und des Nazismus gefolgt, und haben die stalinistische Entartung
herbeigeführt. Die Verderbtheit des gegenwärtigen Imperialismus drückt sich auf dem Gebiet der Ideen mit dem Aufstieg vieler
Arten reaktionärer Ideen, allerlei religiöser Fundamentalismen, des Ethnismus aus, ohne von der dauerhaften Verherrlichung des
Kapitalismus zu sprechen, welcher wie die einzige Form möglicher Gesellschaft dargestellt wird.
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Der Marxismus, sogar in seiner durch den Stalinismus deformierten, verfälschten Form, ist dementsprechend zurückgegangen.
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Dieser Aufstieg der reaktionären Ideen macht genau die Erhaltung und die Verteidigung der marxistischen Ideen und Programms
wesentlich. Allein das kommunistische Programm, der revolutionäre Marxismus, der, um Marx zu paraphrasieren, versucht, die
Gesellschaft zu verstehen, um sie zu verwandeln, gibt eine politische Perspektive den zukünftigen Kämpfen der Arbeiterklasse.
Und die Entwicklung des Kapitalismus selbst, seine Unfähigkeit, die Probleme der Allgemeinheit sogar zu lösen, werden früher
oder später eine revolutionäre Arbeiterbewegung schließlich aufkommen lassen, die fähig ist, ihre historische Rolle
zurückzunehmen. Weil, über die interne Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaft hinaus, die Weltarbeiterklasse immer noch
die einzige Kraft ist, die fähig ist, die Gesellschaft zu verwandeln.
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17. Oktober 2005
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