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Das Citroen-Werk bei Aulnay ist die wichtigste Industrieanlage in der Nähe von Paris. Sie wurde 1973 erbaut. Citroen war zu
diesem Zeitpunkt noch nicht mit Peugeot zusammengeschlossen, und damals wurde beschlossen, aus dieser Montagefabrik ein
Unternehmen ohne Gewerkschaft oder zumindest ohne kämpferische Gewerkschaft zu machen. Die Fabrik von Aulnay ist zwischen zwei
Autobahnen und einem riesengroßen Park eingeklemmt, sie ist 20 Minuten zu Fuß von dem nächsten S-Bahnhof entfernt und sieht
heute noch wie ein mitten in Niemandsland gelegener isolierter Bunker aus.
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In den 70er Jahren wurde Aulnay von den Arbeitern "die Fabrik der Angst" genannt. Die kämpferischen Gewerkschafter, und
besonders diejenigen der CGT, wurden dort verfolgt und jede Diskussion mit ihnen war verboten. Die Leitung setzte zahlreiche
Spitzel ein. Und die einzige Gewerkschaft, die sie duldete, war die Hausgewerkschaft.
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Bis 1982 blieb die Fabrik von Aulnay ein rechtloser Bereich für die Arbeiter. Die kleinen Chefs waren rassistisch und
behandelten die zum größtenteils eingewanderten Arbeiter abfällig, sie zögerten nicht, diese als "Sklaven" zu bezeichnen.
Selbst wenn dieses Wort heute aus der Sprache der Meister verschwunden ist, müssen die Arbeiter von Aulnay trotzdem jeden Tag
um ihre Rechte kämpfen.
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Wir werden hier nicht vom Streik von 1982 - "dem Frühling der Würde" - berichten und auch nicht von der Zeit von 1982 bis
1984, wo zahlreiche, sehr harte Streiks in der Automobilindustrie ausbrachen: Bei Citroen in Aulnay, bei Talbot, bei Chausson,
bei Renault in Flins haben Arbeiter zu Tausenden für die Gehälter, aber auch für ihre Rechte und ihre Würde gekämpft. In
Aulnay wurde es eben durch den Streik von 1982 möglich - um nur ein einziges Beispiel zu geben -, dass die Betriebsratswahlen
unter Aufsicht der Gewerbeaufsicht durchgeführt werden, wodurch zu offensichtliche Betrügereien der Geschäftsleitung
verhindern werden sollten.
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Dieser Streik von 1982 wurde von gewaltsamen Konfrontationen zwischen den Arbeitern von Citroen und den Vorgesetzten geprägt;
er hat die CGT in Aulnay zeitweilig gestärkt und die Arroganz und Missachtung der Chefs und der Geschäftsleitung eine Zeit
lang verschwinden lassen. Aber nach und nach, im Laufe einiger Jahre ohne Streik, konnten die Chefs und die Geschäftsleitung
das verlorene Terrain wieder zurück erobern. Und Aulnay ist wieder eine Fabrik geworden, wo man für einen kurzen Wortwechsel
oder einen Handschlag mit einem CGT-Gewerkschafter ins Büro des Chefs bestellt werden konnte, um dort zu hören, dass man doch
"auf seinen Umgang achten sollte". Eine Fabrik, wo es besser war, der CSL anzugehören, wenn man auf eine Anstellung hoffte.
Eine Fabrik, wo "das Wort ‚Nein' nicht existiert", wie ein kleiner Chef eines Tages zu einem Arbeiter sagte, der sich
geweigert hatte, den Posten anzunehmen, den man ihm vorgeschlagen hatte.
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Dennoch war seit 1982 nicht jeder kämpferische Geist in der Fabrik verschwunden: Einige, die sich während des Streiks der
Gewerkschaft angeschlossen hatten, hatten danach weder die Gewerkschaft verlassen, noch die Lust verloren, sich dem Chef zu
widersetzen. Diese "Alten", wie man sie heute nennt und die meistens nordafrikanischer oder afrikanischer Abstammung sind, haben
mehr als zwanzig Jahre durchgehalten, ohne einen einzigen Streik, einen einzigen organisierten Widerstand zu erleben. Sie haben
alle Schikanen und Strafmaßnahmen ertragen, sie haben ihren Lohn stagnieren sehen, nur weil sie der CGT angehörten. Manche von
ihnen, durch Betriebsunfälle behindert, hätten seit langem auf speziell angepassten Posten arbeiten müssen - der Chef ließ
sie absichtlich jahrelang auf den härtesten Posten, am Fließband, - in der Hoffnung, dass sie nachgeben würden oder
zumindest, um sie für ihren Widerstand zu bestrafen.
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Vergeblich: Die Alten haben durchgehalten. Und obwohl viele im Laufe der Jahre in die Rente gingen, sind einige von ihnen noch
heute in der Fabrik. Manche haben ihr Arbeitsleben mit einem Streik (1982) begonnen und werden es mit einem anderem (2007)
beenden. Es ist hauptsächlich ihrem gewichtigen Einfluss auf die Jungen zu verdanken, dass sich der Streik von 2007 so
entwickeln und fortdauern konnte. Und es ist ein wichtiges Symbol, dass ein Junger einigen Alten während des Streiks sagen
konnte: "Jetzt könnt ihr Alten in Ruhe in Rente gehen, ihr habt uns das Wichtigste weitergegeben. Jetzt wissen wir, wie man
streikt."
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Von den Streiks der Zuliefererbetriebe zum Streik von 2005
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2004 begann sich die Stimmung in Aulnay zu verändern. Die Jahre davor hatte sich eine kleine Gruppe von Aktivisten der CGT
gebildet; darunter einige politische kommunistische revolutionäre Aktivisten. In Verbindung mit den Alten bemühten sie sich,
Arbeiter zu organisieren und Kontakte zur Gewerkschaft herzustellen - besonders durch kleine Abteilungsversammlungen. Noch
während der 90er Jahre zögerten die meisten Arbeiter, wenn die Gewerkschafter durch die Werkstätten gingen, sie anzusprechen.
Sie guckten woanders hin und sagten, was auch immer geschah, dass "alles gut liefe", weil die Chefs und die Spitzel niemals weit
waren. Unter diesen Bedingungen war es für die CGT-Aktivisten schon ein kleiner Sieg, vier oder fünf Arbeiter einer Schicht
mehr oder weniger unauffällig zu versammeln.
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Aber die Zeiten ändern sich. Die gemeinsamen Bemühungen der Gewerkschaftsaktivisten, älterer und jüngerer, hat nach und nach
einige Früchte getragen. Dass junge Arbeiter in die Fabrik gekommen sind, die nicht wirklich geneigt waren, sich alles gefallen
zu lassen, hat ebenfalls zur Veränderung der Stimmung beigetragen. Ganz so wie die ständige Verschlechterung der
Arbeitsbedingungen mit immer weniger Arbeitern, um immer mehr Autos unter immer verrückteren Taktzeiten anzufertigen.
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Diese Jahre waren ebenfalls durch die unablässigen Versuche der Geschäftsleitung gekennzeichnet, die Arbeiter zu spalten -
besonders seit der Einführung der Leiharbeit und des Outsourcings. Tausende Leiharbeiter folgten in der Fabrik aufeinander, die
nach Belieben ausgepresst werden konnten und die durch ihre unsichere Lage äußerst geschwächt waren. Und während dieser
Zeit wurden von der Geschäftsführung immer mehr alle möglichen Arbeiten in der Fabrik "ausgelagert", was in der heutigen Zeit
nichts Außergewöhnliches ist, alle Unternehmen machen es so. Die Presswerkstatt wurde an den Italiener Magnetto verkauft. Die
Reinigung, ein Teil der Wartung und der Logistik wurden nach und nach ebenso vielen Zulieferbetrieben anvertraut. Und das auf
eine oft vollkommen künstliche Weise, zum Beispiel wenn die Zulieferfirma... zu 100 % eine Tochterfirma von PSA ist, wie im
Falle des Logistikunternehmens Gefco.
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Aber für den Boss ist das wichtigste, die Arbeiter zu spalten, um besser zu herrschen. Sie versuchen zu erreichen, dass die
Arbeiter sich nicht mehr zusammengehörig und von gemeinsamen Interessen geeint fühlen, weil sie offiziell nicht mehr zu
denselben Unternehmen gehören. In den Abteilungen sah man immer mehr verschiedene Blaumänner - Taïs, Gefco, ENCI, Trigo,
Valeo... - statt eines Citroen-Blaumanns für jedermann - Symbole der Versuche der Geschäftsleitung, die Arbeiter zu spalten.
Und dabei verdienten die Bosse auch noch daran, weil die zu "Zulieferern" gewordenen Arbeiter nicht mehr unter den Tarifvertrag
der Metallbranche fielen, der für die Arbeiter vorteilhafter ist als zum Beispiel diejenigen der Reinigung oder des
Gaststättengewerbes.
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Dennoch hat sich diese Politik gegen Citroen gewandt: Es waren eben die Arbeiter der Zuliefererbetriebe, die 2004 und 2005 als
erste wieder angefangen haben, in der Fabrik von Aulnay zu kämpfen. Mehrere Dutzend entschlossene und kämpferische Arbeiter
haben PSA zum Einlenken gezwungen und in einigen wenigen Streiktagen, deutliche Lohnerhöhungen und die Festeinstellung von
Leiharbeitern durchgesetzt.
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Eben diese kleinen Siege haben bei Citroen im März 2005 den ersten wirklichen Streik ausgelöst, den die Fabrik von Aulnay in
zwanzig Jahren gekannt hat.
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Anfang März 2005 hatte eine Meldung der Geschäftsleitung eine explosive Wirkung: Sie kündigte für März acht Tage Kurzarbeit
an. Diese Tage werden nur zu 60 % bezahlt und das führt zu einem Lohnverlust von 170 bis 250 Euro! In einer Fabrik, wo die
Löhne monatlich höchstens 1.200 Euro betragen, wurde diese Ankündigung nicht hingenommen.
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Am 3. März, nachdem die Nachricht bekannt wurde, beschließt eine kleine Gruppe von Montagearbeitern, nicht an die Arbeit
zurückzukehren und beginnt, ihre Kollegen ebenfalls dafür zu gewinnen. Die Streikenden demonstrieren in der Montagehalle und
plötzlich leeren sich die Fließbänder... und bleiben schließlich ganz stehen. Am Ende des Vormittags sind die Streikenden
schon mehrere Hunderte.
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Am 7. März, dem Montag nach dem Wochenende, geht der Streik umso heftiger weiter: 600 oder 700 Arbeiter nehmen an der Bewegung
teil. Die Montagehalle steht still. Die Forderungen sind klar: 100 % Bezahlung der Kurzarbeitstage, Bezahlung der Streiktage.
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Trotz der Manöver der Geschäftsleitung, der Einschüchterung und der Provokationen der Chefs, dauerte der Streik eine Woche.
Der harte Kern der Streikenden setzte sich aus alten Arbeitern zusammen, die die Streiks der 80er Jahre gekannt haben, sowie
jungen, die den Kampf entdeckten - eine neue Generation kämpferischer Arbeiter entstand. Angesichts ihrer Entschlossenheit
beschloss die Leitung nach wenigen Tagen, nachzugeben: Sie vermeldete nicht nur, dass die arbeitsfreien Tage zu 100 % bezahlt
würden, sondern sie akzeptierte auch, die Streiktage zu bezahlen.
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Die Geschäftsführung von PSA ist dafür bekannt, hart und unnachgiebig zu sein; ein Nachgeben genau dieser Führung erreicht
zu haben, hat die Arbeiter, Streikende wie Nichtstreikende, sehr beeindruckt.
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Außerdem hatten die Streikenden viel während dieser ersten Bewegung gelernt. (Zwei Jahre später sprachen noch einige über
"dieses Aufwärmen"): Ein "Streiksorganisationskomitee" wurde geschaffen, an dem Dutzende Arbeiter teilgenommen hatten. Und 2005
hörte man zum ersten Mal den Slogan, der 2007 so viel Erfolg hatte: "Die Kraft der Arbeiter: der Streik!"
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Neue Streiks bei den Zulieferbetrieben
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Der Streik von März 2005 hat die Stimmung in Aulnay stark verändert: Er hat dazu beigetragen, dass sich die Arbeiter bewusst
wurden, dass die Chefs oder die Geschäftsleitung nicht unbesiegbar waren. Die Arbeiter haben erfahren, dass sie eine wirksame
Waffe hatten, die sie ihnen entgegenhalten konnten: den Streik.
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2005 und 2006 gab es weitere Streiks bei den Zulieferern: Im Juli 2005 blieben die Arbeiter von ENCI, verantwortlich für die
Reinigung der Farbroboter, 18 Tage lang Tag und Nacht in der Fabrik, um für höhere Löhne zu streiken. Während des ganzen
Jahres noch haben sich bei den Gabelstaplerfahrern von Gefco die Auseinandersetzungen vermehrt, gegen die Arbeitshetze und gegen
die Entlassungen.
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Im September 2006 waren es die Arbeiter von Valeo - noch ein Zulieferer in derselben Fabrik -, die einen sechstägigen Streik
führten. Der Streik von Valeo rief eine besonders schöne Angstreaktion seitens der Geschäftsführung von PSA hervor, die ihre
Chefs mobilisierte, um eine "Mauer" vor dem Eingang der Werkstatt Valeo zu bilden und so die Kontakte zu den Arbeitern von
Citroen zu verhindern.
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Das hat nichts daran geändert, dass die Streiks fortgesetzt wurden.
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Dazu gab es 2006 das ganze Jahr über zahlreiche kleine kurze Arbeitsniederlegungen in der Montagehalle, diesmal jedoch von
Arbeitern von PSA - meistens nur einige junge Arbeiter, die einige Minuten, manchmal einige Stunden streikten. Ungefähr einmal
monatlich kam es zu einer solchen Arbeitsniederlegung.
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Ende Februar fanden in der Montagehalle an einigen Tagen vier Kurzstreiks für die Löhne statt. Anlässlich dieser kleinen
Bewegungen kamen die jungen Arbeiter an die Fließbänder, um zu diskutieren und in der Hoffnung, die anderen Arbeiter für den
Streik zu mobilisieren... Noch erfolglos.
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Schließlich traten am 23. Februar die Arbeiter von Magnetto, verantwortlich für die Presswerkstatt in Aulnay, in den Streik.
Zweimal kamen sie in die Werkstätten von Citroen und zogen dort an den Fließbändern vorbei. In den drei Tagen zwangen sie
ihre Geschäftsführung zum Nachgeben und eine Lohnerhöhung von 100 Euro netto. Eben dieses Ereignis wird der Funke sein, der
gleich nebenan bei Citroen das Streikfeuer entfacht.
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Selbst wenn das Unternehmen Magnetto rein rechtlich von PSA getrennt ist, befindet es sich am selben Standort: Es ist die alte
Presswerkstatt des Citroenbetriebs, das ganz einfach mit ihren Maschinen und Arbeitern an ein anderes Unternehmen verkauft
worden war. Die beiden Gesellschaften teilen sich die Fließbänder: Von den Magnetto-Pressen kommen die Fertigungsteile zu den
Fließbändern von Citroen. Nur ein Gitter trennt die beiden Werkstätten.
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Der Anfang des Streiks von 2007
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Nachdem das Flugblatt der CGT, das den Sieg von Magnetto ankündigte, am Mittwoch, dem 28. März um 14 Uhr verteilt worden war,
ging alles sehr schnell.
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Sechs Arbeiter streikten, dann zehn. Jeder fragt sich, ob das noch ein Kurzstreik ohne Zukunft, ein "Aufwärmen" ist. Aber die
Chefs wurden unruhig: Ein Meister hat die Augen auf den Montageabschnitt H10 fixiert, einen der kämpferischsten Bereiche der
letzten Monate. Pech für ihn: Der Streik wird hinter seinem Rücken in H14 anfangen, dort, wo er gerade nicht hinsah.
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Die Zahl der Streikenden nimmt schnell zu. Unter ihnen zwei Arbeiterinnen, die bislang noch nie gestreikt hatten, was dazu
beiträgt, andere Arbeiter in den Streik hineinzuziehen. Die Arbeiter verlassen ihre Posten. Zuerst 10 am Anfang, dann werden
die Streikenden sehr schnell 50, dann 60, dann 80. Zur Pause für das Abendessen sind es 200 Streikende, die Fließbänder von
Montage 1 stehen still. Beim Schichtwechsel fängt die Nachtschicht nicht zu arbeiten.
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Der Streik hat begonnen!
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Der Streik, der am 28. Februar angefangen hat, wird bis zum 10. April andauern. Seine Forderungen waren schon zu Beginn
aufgestellt worden: 300 Euro mehr Lohn und kein Lohn unter 1.525 Euro netto; Festeinstellung aller Leiharbeiter; Renteneintritt
für alle Alten über 55 Jahren.
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Man weiß jetzt, dass es den Streikenden nicht gelungen ist, die Geschäftsleitung von PSA in diesen grundlegenden Forderungen
zum Nachgeben zu zwingen: Dafür hätte nicht nur die ganze Fabrik in den Streik treten müssen, sondern auch der ganze
PSA-Konzern und seine 100.000 Beschäftigten - darunter 50.000 Arbeiter in der Autobranche. Während dieser sechs Wochen Streik
konnte die Zahl der Streikenden von Aulnay einige Hundert niemals schreiten müssen.
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Tatsächlich gab es in den ersten Tagen in der Fabrik beinahe Tausend Arbeiter, die freiwillig nicht arbeiteten - entweder weil
sie streikten oder weil sie sich krank gemeldet hatten oder weil sie schon krank waren oder weil sie ganz einfach alles taten,
um zu Hause zu bleiben, ohne notgedrungen als Streikende betrachtet zu werden. Der Kern aktiv Streikender, diejenigen, die am
Morgen um 6 Uhr 30 in die Fabrik kamen und an den Aktionen teilnahmen, schwankte während des Streiks zwischen 300 und 500.
Nicht genug, um einen multinationalen Konzern wie PSA zum Nachgeben zu zwingen, aber genug, um ihm einen lästigen Stachel ins
Fleisch zu stechen, den sie sehr große Schwierigkeiten hatte, wieder loszuwerden... was ihr letztendlich auch einen Monat nach
Wiederaufnahme der Arbeit noch immer nicht gelungen ist!
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Wir werden hier diesen Streik nicht in seiner Gesamtheit erzählen, aber wir wollen gewisse bedeutende Momente näher
ausführen.
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