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Ins Deutsche übersetzte Texte
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Fünfzig Jahre nach der Gründung der Vierten Internationale: Welche Aussichten haben die revolutionären Internationalisten heute?
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September 1988
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Weitere
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Fünfzig Jahre nach der Gründung der Vierten Internationale: Welche Aussichten haben die revolutionären Internationalisten heute? (Vortrag des Leo Trotzki-Kreises (Paris) vom 30. September 1988)
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Am 3. September 1938 fand in einer Scheune am Grundstück Alfred Rosmers, einem alten französischen Freund Leo Trotzkis, in
einem Pariser Vorort eine Versammlung statt, in der 25 Delegierte aus 11 Ländern fast im Geheimen die Vierte Internationale
ausriefen.
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Das Jahr 1938 bedeutete für die Arbeiterklasse schwere Rückstöße. Beinahe überall war das Proletariat geschlagen,
demoralisiert oder wurde in den Krieg einberufen. Jene wenigen, die gemeinsam mit Trotzki die Ereignisse unter dem Blickwinkel
revolutionärer Kritik betrachteten, kämpften, um das Proletariat dem Einfluss der II. und III. Internationale zu entreißen.
Unter diesen Umständen war die Vierte Internationale bei ihrer Gründung sehr schwach.
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Trotzki, der an mehreren Revolutionen aktiv teilgenommen hatte, Führer revolutionärer Massen und Räte gewesen war, und auch
jener der Roten Armee, die er für den Kampf gegen die imperialistischen Mächte gegründet und gestärkt hatte, fand sich nun
als von seinen Truppen abgeschnittener Revolutionsführer wieder. Stalin hatte Trotzki ausgebootet wie die Bürokratie die
Weltrevolution, aber Trotski setzte seinen revolutionären Kampf fort und nahm 1933 den Aufbau einer neuen Internationale in
Angriff.
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Im Juli 1933 schrieb er über die stalinistisch geführte Internationale: "Eine Organisation, die der Donner des Faschismus
nicht geweckt hat, und die sich demütig von der Bürokratie verhöhnen lässt, zeigt, dass sie tot ist und nichts sie
wiederauferstehen lassen kann. Dieses laut und deutlich zu sagen, das ist unsere unbedingte Pflicht gegenüber dem Proletariat
und seiner Zukunft".
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Unter den Anhängern Trotzkis bekrittelte man unterdessen die Rechtfertigung der Gründung dieser neuen Internationale. Trotski
antwortete: "Die Ausrufung der Vierten Internationalen ist verfrüht? Dann wäre auch der Klassenkampf verfrüht! Die Aufgabe
ist zu gewaltig für unsere schwachen Kräfte? Die Geschichte gewährt keinen Aufschub, nur weil wir schwach sind! Wir müssen
uns Zeit lassen? Das ist die sicherste Art zu verlieren!"
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Trotzki wurde nicht wirklich verstanden, aber das irritierte ihn nicht weiter. Schon im April 1917, zu Beginn der russischen
Revolution, hatte es auf der bolschewistischen Konferenz für Lenins Vorschlag, die Dritte Internationale auszurufen, nur eine
einzige Stimme gegeben: Jene Trotzkis. In den dreißiger Jahren stand nun Trotzki allein dieser großartigen Aufgabe gegenüber.
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In seinem "Tagebuch im Exil" schrieb er am 25. März 1935: "Ich glaube, dass meine gegenwärtige Arbeit, so ungenügend und
fragmentarisch sie auch sein mag, die bedeutendste Leistung meines Lebens darstellt, wichtiger als meine Tätigkeit im Jahre
1917, wichtiger als die Arbeit in der Zeit des Bürgerkriegs usw. (...). Meine gegenwärtige Arbeit ist im wahren Sinne des
Wortes ‚unersetzlich'.
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Dieser Gedanke enthält auch nicht eine Spur von Hochmut: Der Zusammenbruch zweier Internationalen hat ein Problem entstehen
lassen, zu dessen Lösung keine einziger Führer dieser Internationalen auch nur im Geringsten geeignet ist. Im Vollbesitz
schwerschwiegender Erfahrungen, bin ich durch die besonderen Umstände meines persönlichen Schicksals mit diesem Problem
konfrontiert. Gegenwärtig gibt es niemanden außer mir, der die Aufgabe erfüllen konnte, die neue Generation mit der Kenntnis
der Methode der Revolution über die Köpfe der Führer der Zweiten und Dritten Internationale auszurüsten."
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Er fügte hinzu: "Und ich stimme mit Lenin (eigentlich mit Turgenjew) darin voll überein, dass es des größte Laster ist,
älter als 55 Jahre zu sein. Zur Gewährleistung der Kontinuität brauche ich noch mindestens fünf Jahre ununterbrochener
Arbeit".
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