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Unsere Politik in der trotzkistischen Bewegung
September 2008
Unsere Politik in der trotzkistischen Bewegung
Zur Gelegenheit des 70. Jahrestages der Gründung der Vierten Internationale im Raum Paris veröffentlichen wir diesen Text wieder, der vom Parteitag von Lutte Ouvrière Ende des Jahres 1985 angenommen wurde. Obwohl er vor mehr als 20 Jahren geschrieben wurde, ist die Lage, die er beschreibt, immer noch aktuell. Die trotzkistische Bewegung ist heute mehr zersplittert als damals. Die morenistische Strömung ist geschwätzt und hat sich in mehrere Teile gespalten. Und viele Sektionen des Vereinigten Sekretariates (heute Internationalen Komitees) sind in \"breitere\" Gruppierungen eingetreten. Der Text analysiert die Ursachen dieser Aufsplitterung und die Art, wie man sie aufheben könnte.
UNSERE POLITIK IN DER TROTZKISTISCHEN BEWEGUNG
1- Unsere Organisation ist eine trotzkistische Organisation, die sich seit Anfang an auf die von Trotzki begründete IV. Internationale berufen hat.
Die kleine Gruppe von Aktivisten, in der die Strömung ihren politischen Ursprung hat, die Lutte Ouvrière heute vertritt, und die sich weigerte im Jahr 1943-1944, bei der Vereinigung der französischen trotzkistischen Bewegung, die während des Kriegs zersplittert gewesen war, innerhalb der PCI (Internationalistische Kommunistische Partei) mitzumachen, betrachtete sich als unbedingt zu der IV. Internationale gehörig.
Sie glaubte, sie hätte nur mit der französischen Führung Meinungsverschiedenheiten, welche besonders kleinbürgerlich war und unfähig den nationalistischen Druck ihres Milieus während des Krieges zu widerstehen. Diese Gruppe hoffte ihre Meinungsverschiedenheit mit der französischen Führung zur Schlichtung der internationalen Führung vorlegen zu können, und dann, nachdem die Führung der Internationale geschlichtet hätte, hoffte sie innerhalb derselben aktiv bleiben zu können.
Aber tatsächlich fand diese Schlichtung nicht statt. In der Folge hat sich gezeigt, dass die der IV. Internationale angehörigen Organisationen alle ungefähr dieselben Fehler hatten. Sogar die amerikanische SWP, die in jener Zeit die einflussreichste und die am stärksten in der Arbeiterklasse verankerte trotzkistische Organisation war, und deren Politik und organisatorischen Methoden am besten von Trotzki selbst verfolgt worden waren, zeigte nach dem Tod Trotzkis, denselben Opportunismus und interessierte sich im Übrigen nicht für die IV. Internationale.
2- Nach dem Tod Trotzkis verkümmerte die IV. Internationale politisch und sie überlebte ihren Gründer nicht lange als einzige internationale Organisation der trotzkistischen Bewegung.
Fast keiner der trotzkistischen Organisationen gelang es, weder im Krieg noch nach dem Krieg, in der Arbeiterklasse Fuß zu fassen (die vietnamesische trotzkistische Organisation, die ihrerseits einen gewissen Anklang gefunden hatte, führte nicht die Politik, die es hätte vermeiden können, dass sie von der stalinistischen Organisation Ho Chi Minhs niedergemetzelt wurde). Diese Unfähigkeit war, weder auf objektive Faktoren allein zurück zu führen, obwohl sie bedeutend gewesen sind, noch allein auf die Schwäche, die die trotzkistischen Organisationen der Vergangenheit kennzeichnete. Aber nach dem Tod Trotzkis, war die internationale Leitung unfähig eine proletarische Politik zu verteidigen, und als Gegengewicht gegen die Neigungen der Organisationen zu wirken, sich von den kleinbürgerlichen Milieus beeinflussen zu lassen, aus denen sie stammten. Zum Beispiel, hatte die Internationale, auch wenn sie das nicht ausdrücklich befürwortet hatte, die Tatsache gutgeheißen, dass man sich während des Kriegs und auch nach dem Krieg, zumindest teilweise mit der bürgerlichen Politik des \"Widerstands\" und dann der \"Befreiung\" identifizierte. Aber indem sie sich an dieser Politik beteiligten, und indem sie sich nach den Organisationen der Arbeiterbewegung richteten und zwar hauptsächlich nach den stalinistischen Organisationen, deren Politik eben dies war, war es gleichzeitig unmöglich, in den Augen der Arbeiter, als Organisationen zu erscheinen, die eine völlig andere Politik für die Arbeiterklasse vertritt.
3- Die IV. Internationale und ihre Organisationen werden mit der Zeit des kalten Kriegs, des Drangs nach rechts und des allgemeinen Rückgangs, Ende der vierziger und Anfang der fünfziger Jahre, konfrontiert, ohne diese minimale Verankerung mit der sie hätten Stand halten können. Der Zusammenbruch der IV. Internationale begann ganz einfach mit dem Abwenden der Aktivisten von der Partei und mit einer äußersten Entkräftung von ohnehin schon schwachen Organisationen.
In dieser Atmosphäre der Demoralisierung führten die Mitglieder des Internationalen Sekretariats der IV. Internationale eine lange vorher eingeleitete Anpassungspolitik an die stalinistische Bewegung bis zur letzten Konsequenz. Unter dem Namen \\\\\\\"Entrismus sui generis\\\\\\\", machten sie eine ganze Theorie aus dieser politischen Anpassung und dem beinahe restlosen organisatorischen Aufgehen ihrer Sektionen in den stalinistischen Parteien.
Bei ihrer Analyse der damaligen Lage meinte die Leitung der IV. Internationale, dass der dritte Weltkrieg unmittelbar bevor stand, dass man sowieso keine Zeit hätte um die revolutionären Arbeiterparteien auszubauen, dass der Krieg zwischen beiden Blöcken eine Art Klassenkrieg sein würde, indem die stalinistische Bürokratie, die Arbeiterklasse auf ihre Art vertreten würde, durch die Auferlegung von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Umwälzungen in den eroberten Gebieten. Nach dieser Analyse sollte der Stalinismus sich über einen großen Teil des Planeten verbreiten und Staaten von der Art der Volksdemokratien gründen, wie zum Beispiel China und Jugoslawien, und Jahrhunderte lang an der Macht sein.
Demzufolge, hatte die Leitung der IV. Internationale angeraten, sich in die stalinistischen Parteien einzugliedern, welche, selbst wenn man mit den stalinistischen Methoden nicht einverstanden war, trotzdem die erneuernde und fortschrittliche Strömung des Jahrhunderts vertreten sollten.
4- Der \"Pablismus\" - das Wort wurde von Pablo, dem Namen des Hauptvertreters der damaligen IV. Internationale, abgeleitet - befürwortete gleichzeitig, durch einen sonderbaren Trick, diesen \"Entrismus\", das heißt die Eingliederung in die sozialdemokratischen Parteien, überall da wo es keine stalinistische Partei gab. Die politische Rechtfertigung vom \"Entrismus\" war übrigens schon im Augenblick seiner Erfindung widersprüchlich, da die Argumente, die den Eintritt in die stalinistischen Parteien rechtfertigen sollten, den Eintritt in die sozialdemokratischen Parteien, die pro-amerikanisch waren, absolut verboten. Worauf es also beim \"Entrismus\" ankam, war weniger heraus zu finden wo \"Entrismus\" betrieben wurde, als der \"Entrismus\" selbst, das heißt der offene, offenkundige und gerechtfertigte Verzicht auf den Aufbau von unabhängigen revolutionären, proletarischen Organisationen.
Diese Verzichtpolitik, ob man sie \"Entrismus\", \"Pablismus\" oder wie auch immer nennen will, blieb in der Folge ein permanentes Merkmal der Politik dieser Strömung, die sich auf das Erbe der IV. Internationale der Nachkriegszeit berief, und die ihren Namen benutzt. Das gilt auch, in unterschiedlichem Maße, für die Strömungen, die nach der Spaltung daraus entstanden. Die Kräfte dagegen, denen dieser Verzicht zugute kam, werden nicht mehr dieselben. Mit dem Niedergang des Stalinismus und dem Aufkommen der kolonialen Revolutionen, die sich nicht mehr direkt auf den Stalinismus bezogen - abgesehen von Kuba -, erfolgen Anpassung und Verzicht zugunsten nationalistischer radikaler Strömungen in den armen Ländern.
Aber, indem man eine solche Politik des Verzichtes auf einen politischen, organisatorischen, proletarischen, unabhängigen Kurs befürwortete, versperrt man den Weg zu einer proletarischen, internationalistischen Leitung, über die sozialen und politischen Umwälzungen, die einerseits die Oststaaten, andererseits die armen Staaten erschütterten. Umwälzungen, die gerade in einigen von diesen armen Ländern manchmal anfänglich ganz kleinen nationalistischen radikalen Organisationen ermöglichten die Kampfführung zu übernehmen. Das hieß gleichzeitig, die trotzkistische Bewegung zur Rolle eines unmächtigen Zuschauers verurteilen, die sie spielen sollte, als sie sich später öfter wegen verschiedenartiger Einschätzungen oder Kommentare (über das Tun anderer politische Kräfte) spaltete, als auf Grund der Art und Weise an die revolutionäre proletarische Arbeit heranzugehen.
5- Die Politik des \"Entrismus sui generis\" in den stalinistischen oder auch sozialdemokratischen Parteien führte zu einer schweren Krise in den entkräfteten und entmutigten Organisationen der IV. Internationale, und dann auch zu einer Spaltung in den Jahren 1952-1953. Seitdem war die IV. Internationale nie wieder organisatorisch vereinigt, Ganz im Gegenteil, sie zerstückelte sich weiter.
Aus der Spaltung von 1952-1953, ergab sich die Bildung einer neuen internationalen Organisation, die zukünftig mit dem Internationalen Sekretariat der IV. Internationale konkurrieren sollte. Später, erlebte diese neue Organisation wiederum Spaltungen. Jede Spaltung endete mit der Bildung von neuen internationalen Leitungen, eine um die französische PCI, eine andere um die englische trotzkistische Organisation, zuerst SLL, und dann WRP genannt, die Dritte schließlich um die ungarische trotzkistische Organisation der Emigration, die LSH, eine Gruppierung dessen Nachfolger die heutige französische LOR ist.
In der heutigen Lage der Dinge, und abgesehen von den direkt oder indirekt aus der Spaltung von 1952-1953 entstandenen Gruppierungen, muss man zu den oben genannten internationalen Gruppierungen, die internationale Strömung hinzu zählen, auf die sich die französische LST beruft, die \\\\\\\"Internationale Arbeiterliga\\\\\\\" (IAL), die eine anerkannte militante Anwesenheit in mehreren südamerikanischen Staaten bat, sowie auch nicht zu Letzt die SWP in den Vereinigten Staaten, die gleichzeitig Mitglied des VS ist und ihre eigene internationale Tendenz behauptet. Schließlich, gibt es in der Welt eine bestimmte Anzahl von Organisationen, wie unsere, die keiner internationalen Gruppierung angehören, obwohl sie sich auf den Trotzkismus berufen.
Dies zeigt die heutige Zersplitterung der trotzkistischen Bewegung und die Überzahl von internationalen Leitungen, eine Überzahl, die die Unfähigkeit derer beweist, die sich seit vierzig Jahren als Leiter der IV. Internationale bezeichnen.
6- Unsere Meinungsverschiedenheiten mit dem Vereinigten Sekretariat, das eine Art Kontinuität mit der IV. Internationale der Nachkriegszeit darstellt, hängen also hauptsächlich damit zusammen, dass in einer bedeutenden Zahl von Fällen, das VS darauf verzichtete die folgende These zu verteidigen: Es ist notwendig, dass das Proletariat sich politisch unabhängig von den anderen sozialen Klassen organisiert, insbesondere in den Entwicklungsländern. Außerdem, ist das Vereinigte Sekretariat ständig bestrebt seine aufeinander folgenden Verzichte in eine Theorie umzuwandeln. Indem es sich, hintereinander oder gleichzeitig, mit dem Titoismus, mit der algerischen FLN, mit der vietnamesischen FNL, mit dem Castrismus, mit dem Sandinismus, mit allerlei Strömungen identifiziert, die doch wohl radikal oder manchmal auch revolutionär sind, aber unter denen keine sich auf die Ebene der proletarischen internationalen Revolution stellte, behauptete das Vereinigte Sekretariat, ausdrücklich oder implizit, dass es keine andere mögliche oder sogar wünschenswerte Politik für das Proletariat in den Ländern gab, wo diese Strömungen sich entwickelt haben.
7- Wir haben auch wichtige politische Meinungsverschiedenheiten mit der IAL, beziehungsweise mit der internationalen Gruppierung, die von der PCI vertreten ist, auch wenn die Uneinigkeiten nicht unbedingt dieselben Fragen betreffen. Hinzu kommt, dass selbst da wo keine Uneinigkeit zwischen der einen oder der anderen Bewegung und uns besteht, wir sehr oft etwas anderes unter denselben Worten meinen. Insbesondere aber haben wir mit ihnen allen, eine Meinungsverschiedenheit, über die Art, wie sie ihre eigenen internationalen Gruppierungen betrachten, und wie sie sich den Wiederaufbau der IV. Internationale vorstellen.
Selbst diejenigen unter diesen Gruppierungen, die von sich selbst nicht behaupten, sie seien eine Internationale betrachten als internationale Leitung und stellen sich auch so dar. Aber keine von diesen Gruppierungen hat, unter ihren Sektionen, auch nur eine einzige Organisation, die eine echte revolutionäre Arbeiterorganisation ihres Landes ist und die als Leitung von einem bedeutenden Teil der Arbeiterklasse anerkannt wird.
Keine von diesen Sektionen wird von den anderen wertgeschätzt. Keine ist so fest angesiedelt, keine verfügt über so viel Erfahrung, dass sie als Autorität von den anderen anerkannt würde. Keine ist eine Leitung, keine hat politische Führer einer internationalen Klasse ausgebildet. Dies erklärt teilweise die Zersplitterung der trotzkistischen Bewegung auf internationaler Ebene: Es gibt keine Führer deren Erfahrung und deren Autorität in der ganzen Welt unumstritten wären.
Trotzdem bevorzugen alle internationalen Gruppierungen den Aufbau von internationalen Organisationen vor der wirklichen Bildung von nationalen Organisationen, wenn auch im unterschiedlichen Maße. Alle sind redlich bemüht eine Internationale zu sein, oder zumindest als Internationale zu erscheinen, obwohl sie es in der Wirklichkeit nicht schaffen, weil es den nationalen Organisationen an Kompetenz mangelt.
8- Diese trotzkistischen internationalen Gruppierungen haben interne Beziehungen unter ihren Sektionen, die unlebensfähig und unwirksam sind, und sie haben keine besseren Beziehungen zu den anderen Gruppierungen.
Die Gruppierungen werden auf der Basis von Vereinbarungen und Programmen gebildet, denen in der ganzen trotzkistischen Bewegung viel Bedeutung beigemessen wird. Diese Programme definieren die allgemeinen programmatischen Grundlagen; sie kennzeichnen eine Situation, einen Zeitabschnitt; sie definieren gegebenenfalls was in diesem Zeitabschnitt zu tun oder zu sagen wäre.
Aber die Leitungen der Gruppierungen interessieren sich selten für die Machtverhältnisse innerhalb der Arbeiterklasse selbst; das bleibt ihnen im Allgemeinen völlig fremd. Wie sieht die politische Lage der Arbeiterklasse wirklich aus? Sind ihre Organisationen mächtig oder nicht? Wie können die proletarischen Organisationen an Macht gewinnen? Die Programme und die Analysen, auf die sie sich stützen, befassen sich nicht mit solchen Fragen und reden nur von globalen Situationen in denen die Arbeiterklasse keine unabhängige Rolle hat.
Unter diesen Umständen versteckt die Einigung über das politische Programm eher den Mangel an einem wirklichen Einverständnis als sie diesen Mangel behebt. Eine allgemeine Bezeichnung der Lage und der Aufgaben, die sich daraus ergeben, selbst wenn sie gemeinsam unterschrieben wird, kann sehr verschiedene, ja sogar widersprüchliche politische und organisatorische Praktiken überdecken. Eine solche Bezeichnung kann von Organisationen angenommen werden, die sich als trotzkistisch hinstellen, die aber weder in ihren Praktiken noch in ihren politischen Sitten noch in ihrem Verhalten trotzkistisch, das heißt bolschewistisch sind.
Außerdem, erlauben die Beziehungen zwischen Organisationen innerhalb einer Gruppierung keine wirkliche Zusammenlegung der Erfahrungen und keine wirkliche Vereinheitlichung von allen Aktivisten in allen Organisationen, obwohl diese Beziehungen von Leitung zu Leitung sehr starr sind, obwohl sie auch einem Formalismus gehorchen, der sich als demokratischer Zentralismus ausgibt. Schließlich gibt es keine wirkliche gemeinsame Ausbildung, wobei es das einzige Mittel wäre, Kader auszubilden, die zumindest dem Niveau der gesamten Bewegung entsprechen würden, und die das einzige Mittel eventuell wäre, eine angemessene zukünftige internationale Leitung auszuwählen.
Die führenden Aktivisten reisen, informieren sich, verabschieden Texte und treffen Entscheidungen politischer Art. Man lässt sie aber kaum am wirklichen alltäglichen Leben der Gruppen teilnehmen, das heißt an dem was die Leitung einer kleinen Organisation wirklich beeinflussen kann, an der Tätigkeit in der die gewählten Zielsetzungen überprüfbare Konsequenzen haben. Was die Kader, und noch mehr was die Aktivisten einer bestimmten Sektion anbelangt, sie haben keine Möglichkeit von der Erfahrung anderer Sektionen Nutzen zu ziehen, außer durch das was sie in ihrer Presse lesen können und das ist herzlich wenig.
9- Andererseits verwerfen die verschiedenen internationalen Gruppierungen selbst die Möglichkeit von den Erfahrungen anderer trotzkistischer Organisationen Nutzen zu ziehen, wenn diese nicht ihrer internationalen Gruppierung angehören. Sie betrachten sie als ihre Konkurrenten, ja sogar als ihre politischen Hauptgegner. Die verschiedenen Gruppierungen vergleichen nicht ihre politischen Zielsetzungen und Methoden, sie üben keine gegenseitige Kritik, sie bekämpfen sich! Und sie bekämpfen sich auf ebenso unseriösen Grundlagen wie die, auf die sich die Organisationen einer selben Gruppierung einigen können. Sie bekämpfen sich mehr aufgrund abstrakter Analysen als wegen konkreter politischen Handeln; wegen der Einschätzung von Ereignissen an denen weder die einen noch die anderen teilgenommen haben noch beabsichtigen teilzunehmen; und sie bekämpfen sich nie wegen der konkreten Methoden daran teilzunehmen.
Sie bekämpfen sich wegen nebensächlicher Aspekte oder Züge ihrer Politik, was mehr auf ihrer Unfähigkeit zur Zusammenarbeit oder zur Mitarbeit beruht, als auf wirklichen Meinungsverschiedenheiten. Die amerikanische SWP zum Beispiel ist praktisch vom Vereinigten Sekretariat abgespalten und der offizielle Grund dieser Spaltung besteht in den jeweiligen Beurteilungen der Revolution in Nikaragua und in Kuba, während nichts von dem was in diesen beiden Ländern vorgeht von ihnen abhängt, und während außerdem beide einvernehmlich selbst den Gedanken verwerfen in dem einen oder dem anderen dieser beiden Länder eine trotzkistische Sektion zu gründen. Die Strömung, aus der die IAL stammt, hat sich auch wegen Nikaragua von Vereinigten Sekretariat distanziert, allerdings muss man dazu sagen, dass die IAL zumindest den Standpunkt vertrat, dass eine unabhängige trotzkistische Anwesenheit dort erhalten bleiben sollte.
Sie bekämpfen sich fast immer mit dem Ziel, die anderen Gruppierungen zu zerstören, zumindest zu ihren Ungunsten weiter zu wachsen, indem sie Sektionen oder Fraktionen von Sektionen der konkurrierenden internationalen Gruppierung anziehen. Die einzige Sorge nämlich stärker als die konkurrierende Gruppierung zu werden, ist oft ausschlaggebend, selbst wenn es darum geht, neue Organisationen für den Trotzkismus zu gewinnen.
10- Daraus geht hervor, dass eine bedeutende aktivistische Energie verausgabt wird und zwar nicht um die trotzkistische Bewegung innerhalb der Arbeiterklasse wachsen zu lassen oder einzuführen, sondern um sie zwischen internationalen Gruppierungen immer wieder neu zu gestalten. Die Geschichte der trotzkistischen Bewegung in den letzten dreißig Jahren ist eine lange Reihe von Spaltungen, auf die Wiedervereinigungen folgten, die sich natürlich historisch hinstellten, und dann kamen neue Spaltungen aber immer wieder unter den selben Gruppierungen. Und diese Gruppierungen bekämpfen sich heftig indem sie ihre Meinungsverschiedenheiten als gravierende grundlegende Meinungsverschiedenheiten oder Uneinigkeiten darstellen, selbst wenn sie später eine Gruppierung zusammen bilden sollten, wobei sie dann jede öffentliche Kritik vermeiden, während die Organisationen und vielleicht auch die Meinungsverschiedenheiten immer noch die selben geblieben sind.
Daraus ergibt sich, dass keine echte Konfrontation von Gedanken, Politiken und Methoden zustande kommt, weder wenn die Organisationen mit verschiedenen Praktiken sich in der selben Gruppierung zusammen finden, weil sie sich dann dafür nicht interessieren, noch wenn sie in verschiedenen konkurrierenden Gruppierungen beheimatet sind, weil sie sich dann gegenseitig bekämpfen. Obwohl es internationale Gruppierungen gibt, besteht kein wirkliches gegenseitiges Interesse der Organisationen untereinander. Dafür gibt es Ausschlüsse, gegenseitiges Ignorieren und einen Mangel an Politik, die mehr wäre als Eroberungspolitik der einen Organisationen den anderen gegenüber.
Eine systematische Abwerbungspolitik der Fraktionen, der Aktivisten, der Organisationen, die einer konkurrierenden Gruppierung angehören, wird nicht unbedingt von allen diesen Cliquen, oder zumindest nicht im selben Maße betrieben. Aber bei der Gründung einer neuen Sektion in einem Land wo es schon eine oder mehrere andere Gruppen gibt, stellt sich keiner die Frage ob die Aktivisten, auf die sie sich stützt, fähig sind, eine Sektion zu gründen und zu entwickeln, und noch seltener wird die Frage gestellt, ob die Gründung selbst gerechtfertigt ist, ob diejenigen, die diese Sektion schaffen eine originelle politische Identität verkörpern, die es verdient eine getrennte Existenz in dem Lande zu führen um die Gültigkeit ihrer Politik beweisen zu können. Die Gründung von Sektionen wird als Selbstzweck betrieben, allein um das Bild einer internationalen Gruppierung zu geben, die bedeutender als eine andere ist oder zumindest die sich schneller entwickelt.
Aber die Vermehrung von solchen Sektionen führt dazu, dass Aktivisten und Kader benötigt werden um einen Zusammenhang aufrecht zu erhalten, dass eine aktivistische und finanzielle Energie verausgabt wird um diese Verbindungen aufrecht zu erhalten. Das heißt also, dass Aktivisten von der Arbeit der Ansiedelung in der Arbeiterklasse, gerade da wo man sich befindet, entfernt werden, dass man außerdem immer mehr einen internationalen Apparat entwickeln muss, der letzten Endes ein eigenständiges Leben führt, weil er hauptsächlich darauf ausgerichtet ist, die Aktionen des nachbarlichen internationalen Apparates zu bekämpfen.
11- Unser selbstständiges Leben neben der IV. Internationale in der Nachkriegszeit wurde als erstes de facto festgestellt und hat sich seitdem zu einer politischen Wahl entwickelt. Aber diese politische Wahl wurde uns kurz nach dem Krieg von der Leitung der IV. Internationale aufgedrängt, die sich auf den demokratischen Zentralismus und die Disziplin berief um uns als Voraussetzung unserer Mitgliedschaft in der IV. Internationale zur Aufgabe unserer politischen Identität, unserer eigenen Art in der Arbeiterklasse als Aktivisten tätig zu sein und unserer organisatorischen Methoden zu zwingen. Unter diesen Umständen haben wir es vorgezogen, unsere Selbständigkeit zu behalten, damit wir die Originalität unserer Methoden aufrechterhalten können und vor allen Dingen um die Richtigkeit unserer Standpunkte überprüfen zu können und um diese Richtigkeit gegenüber der trotzkistischen Bewegung selbst beweisen zu können.
12- Unsere politische Strömung ist außerhalb Frankreichs von der Organisation Spark in den Vereinigten Staaten, von der Organisation Combat Ouvrier in den so genannten französischen Antillen und von der UATCI (Afrikanische Union der Internationalistischen Kommunistischen Arbeiter) vertreten, der bei den afrikanischen Emigranten in Frankreich tätig ist, um trotzkistische Organisationen in den ehemaligen französischen Kolonien Afrikas zu gründen.
Wir bestimmen zwar die Politik von unseren jeweiligen Organisationen gemeinsam, weigern uns aber uns selbst als eine internationale Leitung zu bezeichnen, die mit den vielen Cliquen konkurrieren würde, die es überall in der Welt gibt. Nur der gesamten trotzkistischen Bewegung gegenüber haben wir eine Politik zum Wiederaufbau der IV. Internationale. Es gibt nämlich keine IV. Internationale mehr, weder als internationale politische Leitung, sowie es zu Trotzkis Lebzeiten eine gab, noch als internationale einzige Organisation, die die Mehrheit, wenn nicht sogar die Gesamtheit der trotzkistischen Organisationen versammeln würde. Die IV. Internationale muss von Grund auf wieder aufgebaut werden. Wir sind der Meinung, dass der Wiederaufbau einer kommunistischen revolutionären Internationale, das heißt also der IV. Internationale, eine der politischen Hauptaufgabe unserer Zeit ist für diejenigen die sich zur proletarischen Revolution bekennen.
13- Aber um die IV. Internationale wieder aufzubauen, braucht man eine Politik. Und diese Politik kann nicht darin bestehen, dass man das Problem als gelöst erklärt, noch bevor es aufgeworfen wurde. Das heißt, man darf nicht sagen, dass es eine IV. Internationale gibt und folglich, dass alle diejenige die nicht zur eigenen Gruppe gehören keine Trotzkisten oder zumindest keine Internationalisten sind.
Dieser Standpunkt ist uns völlig fremd. Unsere Politik geht von der Feststellung aus, dass es eine trotzkistische Bewegung auf internationaler Ebene gibt, mit Organisationen, mit Aktivisten, die oft sehr engagiert sind, und das ist sehr wertvoll, selbst wenn die Organisationen noch klein sind und wenn die Zahl der Aktivisten im Vergleich zu den anfallenden Aufgaben noch nicht ausreicht; aber diese trotzkistische Bewegung ist verschieden und seine politische Einheit existiert nicht, und es gibt bis zu diesem Tag keine Autorität, die fähig wäre ihr eine zu geben. Die trotzkistische Bewegung wird aus dieser Lage nur wirklich herauskommen nur indem sie sich in der Arbeiterklasse verankert, indem sie wirklich revolutionäre Parteien aufbaut. Dazu gehört auch die Erfahrung aus der verschiedenen sozialen Kämpfen und die breiten und vielseitigen Fähigkeiten, die die Antworten geben könnten auf manche Fragen, die heute im schlechtesten Sinne des Wortes \"theoretisch\" sind... das heißt durch Experimente unüberprüfbar, also unendlich diskutierbar. Nur durch diese Verankerung können wirklich fähige Leitungen entstehen, die auch Vertrauen gewonnen haben und sich nur mit einfach selbst als Leitung proklamiert haben. Die Internationale wird sich bilden können nur durch die Verwandlung der existierenden kleinen Gruppen in verankerte Arbeiterparteien.
Die richtige Politik in Bezug auf den Aufbau der Internationale bleibt diejenige, die dies am meisten fördern kann.
14- So wie sie sind, brauchen sich dennoch die verschiedenen Bestandteile der trotzkistischen Bewegung. Sie brauchen sich, weil sie alle zusammen verschiedene Situationen erleben, weil sie vor einer Menge von Problemen gestellt werden, weil sie ein Sortiment von Experimenten durchführen, das viel breiter ist als das von irgendeiner einzelnen Sektion. Das gilt genauso für diejenigen, die in verschiedenen Ländern kämpfen, wie für die, die im selben Land anwesend sind, die aber verschiedene politischen Wege begehen und Verschiedenes versuchen. Das Problem ist dieses kleine Kapital, denn es ist eins, wirklich gemeinsam zu benützen, um die Aktivisten und die Kader der gesamten Bewegung auszubilden.
15- Wertvolle Aktivisten und Kader innerhalb kleiner Gruppen auszubilden, ist praktisch unmöglich. Ein fähiger revolutionärer Kader zu sein verlangt eine Menge von Situationen gegenüber gestellt zu werden, gezwungen zu werden die Antworten auf diese Zuständen zu suchen und zu finden, und das nicht nur im Kopf, sondern auch mit einem physischen Eingriff, und dass man die Mittel und das Instrument solch eines Eingriffs hat. Das hängt von der Stärke, der Ausdehnung der Organisationen und der Verschiedenheit ihrer Verankerung in den Kämpfen ab; und natürlich ob es diese Kämpfe gibt und in welcher Zahl.
Insoweit als keine der nationalen Organisationen einen Umfang und eine Verschiedenheit in der Verankerung hat, die nicht einmal vergleichbar waren mit dem was den Bolschewistischen Strömung fähige Aktivisten und Kader, sagen wir von 1903 bis 1906, zu bilden ermöglichte, wäre es im Interesse einer wirklichen internationalen Gruppierung, wenigstens das was in ihrer sämtlichen Sektion existiert zusammen zu fügen, um Aktivisten und Kader zu bilden mit der Tätigkeit der ganze Bewegung.
16- Unsere Politik steht im Gegensatz zu der Politik und der Praxis der verschiedenen internationalen Gruppierungen, die seit bald vierzig Jahren auf internationaler Ebene die trotzkistische Bewegung zerstückelt. Wir haben nie in keine dieser Gruppierungen eintreten wollen. Erstens um auf unser politisches Gesicht, unsere Art und Weise aktiv zu sein und Leute zu organisieren, nicht zu verzichten. Aber auch weil, seit der Spaltung von 1952-1953, in eine der internationalen Gruppierungen einzutreten, bedeutet sich von den anderen zu trennen und sie zu bekämpfen, während wir auf politischer Ebene nicht näher zu der einen oder zu der anderen sind. Paradoxerweise ist es für uns, indem wir es ablehnen, völlig zu einer Gruppierung zu gehören, im heutigen Zustand der Sitten in den internationalen Gruppierungen die günstigste Weise zu versuchen, Verhältnisse mit allen zu haben.
17- Internationalismus, das heißt nicht einem Programm zustimmen um ein Gegengewicht zu einer anderen Gruppierung auszuüben. Es heißt miteinander lernen.
Unsere politische Orientierung über die Frage des Wiederaufbaus der IV. Internationale ist nicht, sich schon existierenden Stücken der trotzkistischen Bewegung anzuschließen; und auch nicht einer Gruppierung zu helfen es zu tun auf Kosten der anderen. Unsere Orientierung ist es die politischen Praktiken und Sitten der trotzkistischen Gruppen, die eine wirkliche Internationale aufbauen wollen, zu ändern.
Wir sind bereit mit allen trotzkistischen Organisationen zusammenzuarbeiten, ob sie zu einer internationalen Gruppierung gehören oder nicht. Wir verlangen von ihnen nicht ihre politischen Ideen und Methoden zu ändern, und natürlich akzeptieren wir nicht unsere zu ändern. Aber wir sind bereit, mit allen diesen Organisationen, im Masse unserer beschränken Mitteln, unsere Aktivisten unter ständigem Kontakt mit ihnen auszubilden, und es zu ermöglichen, ihre Aktivisten auszubilden unter ständigem Kontakt mit uns. Wir wollen unsere menschlichen und politischen Mittel mit ihnen austauschen, damit gegenseitig unsere Aktivisten ein wenig Erfahrung, ein wenig Luft, und ein wenig Öffnung zu anderen Ländern und anderen Wegen Politik zu betreiben bekommen.
18- Man kann nicht vollwertig nachdenken, das heißt auf nützlicher Weise, über die politische Aktivität in einem anderen Land ohne eben dort aktiv zu sein. Und sogar wenn man dort nicht aktiv ist auf Grund seiner sämtlichen politischen Ideen, sondern auf denen einer anderen, aber doch trotzkistischen Organisation, gehört es zu dieser Lehre, dass der wirkliche Internationalismus besteht.
Indem man die Aktivisten systematisch auf diese Art und Weise ausbildet, das heißt indem man ihnen ermöglicht, während einer gewissen Zeit Zuständen gegenüber gestellt zu werden, die sie in ihrem Land nicht die Gelegenheit haben kennen zu lernen, steigert man ihre politischen Fähigkeiten und ihre spätere Wirksamkeit, sogar für die Aufgaben ihres eigenen Landes. Und zur selben Gelegenheit erhöht man die Fähigkeit der Organisationen, der nationalen Sektionen. Und schließlich, führt man andere Sitten ein, andere Verhältnisse zwischen den einzelnen Aktivisten und zwischen den Organisationen. Denn es ist die einzige Art lernen zu lernen, sogar bei denen mit dem man nicht einverstanden ist, und ohne seine eigenen Ideen abzulehnen. Es ist auf dieser Art, dass man lernt zu unterscheiden was in den Meinungsverschiedenheiten grundsätzlich ist, und was nur vom Organisationssektierergeist herkommt.
Das ist unsere Anschauung, in der wir unsere Verhältnisse ersinnen ebenso mit den internationalen Gruppierungen, wie den, sogar kleinen, unabhängigen trotzkistischen oder revolutionären Organisationen.
19- Das Vereinigte Sekretariat ist die internationale Organisation mit der wir Beziehungen haben, die seit einer längsten Zeit dauern - und das schon nur wegen unserer Beziehungen mit der Ligue Communiste Révolutionnaire -, die aber zur gleichen Zeit aufmerkbarerweise stillstehend sind.
Wir haben dem VS vorgeschlagen, Aktivisten auszutauschen. Durch organisatorische Beharrungsvermögen, oder wahrscheinlicherweise durch Uninteresse für solche Art Beziehungen, die scheinbar innerhalb der Sektionen des VS nicht mehr üblich sind, gab es nie eine Antwort auf unsere Anerbietung.
Wir bedauern es, eben so wegen dem Alter unserer Kontakte mit ihm, wie auch wegen der Tatsache, dass das VS wahrscheinlich die Gruppierung bleibt, die auf der Welt, wegen der Zahl von Gruppen die sich zu ihm bekennen, die breiteste trotzkistische Anwesenheit bewahrt, sogar wenn er, in den verschiedenen Ländern, in seine Reihen nicht die Mehrheit der Aktivisten zusammenzählt, die eine aktive Anwesenheit haben.
Das Vereinigte Sekretariat hatte uns den Vorschlag gemacht uns als beobachtende Organisation zu beteiligen. Wir haben diesen Vorschlag angenommen unter der Bedingung, dass das was uns konkret angeboten wird - wenn es uns angeboten wird - nicht mit einbezieht, dass wir unsere politische Unabhängigkeit aufgeben, und uns nicht verbietet aktive brüderliche Beziehungen zu entwickeln mit jeder anderen trotzkistischen Organisation, die nicht zum V.S. gehört.
Aber im Sinne der Leitung des VS ist vermutlich das Ziel besonders eine juristische Form (von allen Tendenzen, die den VS bilden, annehmbar) zu finden, die uns ermöglicht, zu manchen Zusammentreffen der Leitung der internationalen Gruppierung selbst zu beteiligen. Es ist nicht dies, dass für die Zukunft befruchtend sein kann. Auf jeden Fall ist es nicht dies, dass uns ermöglichen wird, unsere Organisationen und unsere Aktivisten in der kämpferischen Aktivität zu verbinden, Erfahrungen auszutauschen und die einen von anderen lernen zu lassen.
20- Im Jahre 1985, haben wir Beziehungen mit der IAL aufgestellt. Diese internationale Gruppierung besteht aus Organisationen unter denen mehreren eine unleugbare aktive Existenz haben, besonders in Lateinamerika.
Wir haben vor brüderlichen Beziehungen mit den Sektionen der IAL festzulegen. Aber wir haben nicht die Absicht ihr zu helfen eine andere internationale trotzkistische Gruppierung zu \"besiegen\", denn es ist nicht mit solch einem \"Sieg\" der einen über die anderen, dass die revolutionäre Bewegung sich entwickeln wird.
Wir stellen lieber konkrete Verhältnisse auf mit der Organisationen der IAL. Wir haben nicht die Absicht irgendein Programm zu suchen und mit dem wir einverstanden sein könnten, denn wir wissen, dass wir auf politischer Ebene wichtige Verschiedenheiten haben, die wir nicht unter einer oberflächigen Übereinstimmung verdecken wollen. Im Gegenteil zum VS hatte die IAL sofort akzeptiert, dass mehrere von unseren Genossen während einigen Monaten in den wichtigsten Sektionen ihrer Gruppierung mitkämpfen.
21- Dass wir gar keinen Kontakt mit der Tendenz der PCI haben, weder in Frankreich noch irgendwo anders, liegt nicht an uns, sondern an dieser Organisation, die das Benehmen, das in der trotzkistischen Bewegung weit ausgebreitet ist, bis zur Karikatur führt, und die sich in eine sektiererische Haltung einmauert, die jede unmittelbare Beziehung mit ihr ausschließt.
22- Zum Schluss, wir haben in der Vergangenheit zu viele Beispiele gesehen, wo die Aufrechterhaltung existierender internationaler Gruppierungen den Mangel an wirklichem Internationalismus verdeckte. Seit mehreren Jahrzehnten ist die trotzkistische Bewegung nicht nur im Aufbau einer wirklichen Internationale gescheitert - denn es kann keine wirkliche Internationale geben ohne wirkliche nationale Sektionen, d.h. ohne wirkliche revolutionäre Arbeiterparteien - sondern auch in der Ausnützung der Möglichkeiten an Erfahrungen und Verbesserungen, die die Bewegung, sogar wie sie ist, in sich hat.
Wir haben eine ganz andere Ansicht als die anderen Gruppen. Konkrete Verhältnisse aufstellen statt zerbrechliche und eintätige Vereinigungen laut zu erklären. Abgeschlossenheit gegen irgendjemand ablehnen.
Heißt das, dass alle heutigen Organisationen denselben Wert haben? Sicher nicht.
Aber wer ist dafür zuständig um zu entscheiden, welche einen Wert hat und welche nicht? Niemand, und die heutigen internationalen Gruppierungen sicher nicht mehr, dessen keine den Beweis seiner eigenen Fähigkeit und seines eigenes Werts gegeben hat.
Die in der ganzen Welt wirklich kämpferischen Organisationen haben Talente und Fehler aber keine von ihnen ist eine revolutionäre Partei geworden. Die Zukunft, die Ereignisse, und die Fähigkeit an ihnen teil zu nehmen als Führer der Arbeiterklasse werden es uns zeigen, wem es gelingen wird, mit seinen Talenten und trotz seinen Fehlern.
Aber um Lagen meistern zu können, die eventuell wirklichen revolutionären Parteien hervorragen sehen werden, die wirklich die Kämpfen der Arbeiterklasse leiten - Zustände, die nicht von der Tätigkeit der Revolutionären abhängt, aber die man fähig sein muss zu ergreifen - ist es nicht zu viel alle menschlichen und politischen Hilfsmitteln der verschiedenen Organisationen zusammen zu fügen, um es fertig zu bringen fähige politischen Kadern auszubilden, die auch wertvoll sind und von der Mehrheit der Bewegung anerkannt, werden.
1. November 1985